Türkei: Robustes Wachstum, hohe Inflation


15.11.17 10:15
Raiffeisen Capital Management

Wien (www.anleihencheck.de) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsschätzung für die Türkei für das laufende Jahr verdoppelt (auf 5,1%), sie für das kommende hingegen nur leicht angehoben (auf 3,5% von 3,3%), so die Experten von Raiffeisen Capital Management (RCM) in ihrem aktuellen "emreport".

Die offiziellen Wachstumsziele der türkischen Regierung (5,5% p.a. für 2018 bis 2020) erscheinen allerdings überaus ambitioniert, so die Experten von RCM. Beispielsweise sei ein erheblicher Teil des diesjährigen Wachstums einer starken Kreditausweitung mithilfe von Staatsgarantien zu verdanken und es erscheine zweifelhaft, dass sich dies in den kommenden Jahren im selben Umfang wiederholen lasse. Die hohe Abhängigkeit der Türkei vom Auslandskapital bestehe unverändert fort. Sorgen bereite auch weiterhin die hartnäckig hohe Inflation.

Die Notenbank habe die Leitzinsen unverändert gehalten, ihre Inflationsprognosen für 2017 und 2018 jedoch erneut nach oben korrigiert. Zugleich erwarte sie in den kommenden Monaten einen spürbaren Rückgang der Teuerung. Wenig hilfreich dafür sei allerdings der neuerliche Schwächeanfall der Türkischen Lira. Diese habe im Oktober um rund 6% nachgegeben und sei gegen Euro und Dollar auf neue Rekordtiefs gefallen, vor allem wohl aufgrund verschärfter diplomatischer Spannungen zwischen Washington und Ankara. Der türkische Aktienmarkt habe sich davon vergleichsweise unbeeindruckt gezeigt und sich eher auf die insgesamt recht positiven Unternehmensergebnisse konzentriert. Er habe im Oktober um rund 7% zugelegt und damit den Rückgang vom September komplett wieder aufgeholt. (Ausgabe November 2017) (15.11.2017/alc/a/a)