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Türkei: Präsident Erdogan könnte bald erneut Zinssenkungen fordern


13.01.21 09:59
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Die Türkische Lira (TRY) hat sich zum EUR seit November um 13% erholt, ersichtlich im EUR/TRY-Kurs, der von 10,17 auf 8,90 zurückfiel, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Nach den düsteren Währungsaussichten scheinen sich die Wogen geglättet zu haben, oder trügt der Schein, fragt die Oberbank. Präsident Erdogan habe vor zwei Monaten einen neuen Notenbankchef eingesetzt. Dessen Aufgabe sei es gewesen, den Leitzins tief zu halten. Angesichts des massiven Lira Verfalls habe die Notenbank die Zinsen um 4,25 und 2,00% erhöht. Die TRY Zinsen hätten dadurch mit 17,00% wieder ein Niveau über der Inflation erreicht. Im letzten Jahr habe die offizielle Teuerungsrate 14,6% betragen. Analysten hätten eine effektive Preissteigung von etwa 35% berechnet - somit wäre der Realzins wieder sehr deutlich negativ!

Sollte die Währungskrise mit den gesetzten Maßnahmen der Notenbank überwunden werden, könnte Präsident Erdogan bald zu alten Mustern zurückkehren und erneut Zinssenkungen fordern. Politische Einflussnahme in die Notenbankpolitik würden die Marktteilnehmer mit Skepsis sehen und somit wäre eine Lira Abwertung vorprogrammiert. (13.01.2021/alc/a/a)