Türkei: Leitzins seit dem Politikwechsel zweimal angehoben


13.01.21 11:27
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Es scheint, als hätte die Türkei das Risiko einer sich zuvor anbahnenden Währungskrise erfolgreich abgewehrt, so die Analysten von Postbank Research.

Seitdem der türkische Staatspräsident im November 2020 einen neuen Zentralbank-Chef eingesetzt habe und die Währungshüter zu einem stabilitätsorientierten Kurs zurückgekehrt seien, habe die Türkische Lira einen Teil ihrer vorangegangenen Verluste gegenüber anderen Währungen wieder wettmachen können. Die Entschlossenheit der Notenbank, die viel zu hohe Inflation im Land zu bekämpfen, dürfte zu dieser Entwicklung maßgeblich beigetragen haben. Seit dem Politikwechsel im November sei der Leitzins zweimal um insgesamt fast sieben Prozentpunkte auf aktuell 17 Prozent angehoben worden.

Dass Investoren allmählich wieder verlorengegangenes Vertrauen in die Türkei zurückgewinnen würden, zeige sich auch in einem Rückgang der Risikoprämien. Der Risikoaufschlag für türkische USD-Staatsanleihen sei seit November um rund 200 Basispunkte gesunken. Auch die Renditen lokaler Staatsanleihen seien inzwischen wieder gefallen. Das zuletzt sehr hohe Leistungsbilanzdefizit sollte sich im Laufe des Jahres zurückbilden. Mit der fortschreitenden Impfung und dem Abflauen der Pandemie dürften die Touristen in das Land zurückkehren und für die dringend benötigten Deviseneinnahmen sorgen. Dies sollte die Türkische Lira tendenziell stützen und für eine weitere Aufwertung gegenüber dem Euro sorgen. (13.01.2021/alc/a/a)