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Türkei: Kein Spielraum für Zinssenkungen gesehen


12.10.17 11:30
Raiffeisen Capital Management

Wien (www.anleihencheck.de) - Die türkische Volkswirtschaft wuchs im zweiten Quartal um 5,1% p.a. - etwas weniger als vom Marktkonsens erwartet, so die Experten von Raiffeisen Capital Management (RCM).

Unterdessen habe die Regierung in Ankara ein Wachstumsziel von jeweils 5,5% p.a. für die kommenden drei Jahre formuliert. Dies dürfte ohne fiskalische Unterstützung schwer zu erreichen sein. Da zugleich die Militärausgaben erhöht werden sollten, drohe künftig ein deutlich höheres Haushaltsdefizit. Daher plane die Regierung diverse Steuer- und Abgabenerhöhungen. Positive Nachrichten seien vom Tourismus gekommen. Die Ankünfte ausländischer Besucher seien gegenüber August 2016 um fast 50% gestiegen. Allerdings lägen sie damit noch immer rund 10% unter dem Niveau von 2015.

Zudem seien die Einnahmen pro Tourist stark rückläufig, was auch an der veränderten Zusammensetzung der Herkunftsländer liege. Solange es weiterhin zu willkürlichen Festnahmen ausländischer Staatsbürger komme, dürften die zahlungskräftigeren westlichen Besucher wohl weiter überwiegend fernbleiben. Angesichts einer zweistelligen Inflationsrate (+10,7% p.a. im August) habe die Notenbank keinen Spielraum für Zinssenkungen gesehen.

Der türkische Aktienmarkt habe erstmals im laufenden Jahr einen Verlustmonat verbucht - der ISE 100 Index sei im September um über 6% gefallen. Die Lira habe im September nachgegeben, ebenso türkische Staatsanleihen. (Ausgabe Oktober 2017) (12.10.2017/alc/a/a)