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Türkei: Inflation und Notenbank üben Druck auf Lira aus


08.10.21 13:00
BNP Paribas

Paris (www.anleihencheck.de) - Eine Dynamik, wie sie der Euro im Vergleich zur Türkischen Lira (TRY) in den vergangenen Jahren gezeigt hat, gibt es am Währungsmarkt selten, so die Experten der BNP Paribas in einer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Würden die Kurse trotzdem so verlaufe, sei häufig Inflation im Spiel. In der Türkei liege diese inzwischen bei rund 20 Prozent. Vor allem Verbraucher würden leiden: Lebensmittel würden immer teurer. Trotz dieser für viele Türken bedrohlichen Entwicklung habe die türkische Notenbank zuletzt die Leitzinsen gesenkt - auf 18 Prozent. Diese Maßnahme sei unter Fachleuten umstritten und dürfte auch Investoren verunsichern. In der Vergangenheit habe sich Staatspräsident Erdogan mehrfach in die Notenbankpolitik eingemischt und niedrigere Zinsen gefordert.

Euro könnte weiterhin Richtung vorgeben

Wenn diese Einmischungen nun Früchte tragen würden, werfe das ein schlechtes Licht auf das Image der Türkei im Ausland und könnte Investitionen hemmen. Positiv für das Bild, das die Türkei nach außen abgebe, könnte die Ratifizierung des Pariser Klimaabkommens durch das türkische Parlament sein. Damit sei auch das letzte der 20 großen Industrieländer dem Abkommen beigetreten. Zwar sei die Maßnahme langfristig positiv, doch sei nicht damit zu rechnen, dass in der Türkei jetzt ein grüner Boom ausbreche. Marktkenner würden es für möglich halten, dass die türkische Notenbank ungeachtet der Inflation noch weiter an der Zinsschraube drehen könnte. Sollte der Schlüsselzins tatsächlich erneut gesenkt werden, könnte der Euro weiter aufwerten. (08.10.2021/alc/a/a)