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Tschechische Nationalbank steht vor Zinswende


02.08.17 09:15
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Die Nationalbank der Tschechischen Republik will morgen über die Höhe ihrer Leitzinsen entscheiden, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Dabei stünden die Chancen gut, dass es erstmals nach fast fünf Jahren zu einer Erhöhung der Schlüsselsätze komme. Die Notenbanker hätten zuletzt mehr oder weniger offen eine Zinserhöhung an einem der beiden Sitzungstermine im dritten Quartal angekündigt. Wie die Mehrheit der Marktteilnehmer würden auch die Analysten für das morgige Datum von einer Anhebung des Zwei-Wochen-Reposatzes von 0,05% auf 0,25% ausgehen. Die folgende Sitzung sei für den 27. September angesetzt. Begründen würden die Währungshüter ihre Entscheidung voraussichtlich besonders mit dem Inflationsanstieg, der zuletzt mit 2,3% über dem Ziel der Nationalbank von 2% gelegen habe. Bereits seit dem Herbst vergangenen Jahres würden die Verbraucherpreise in der Jahresrate sukzessive auf Niveaus um 2% steigen. Dazu kämen ein aktuelles Wirtschaftswachstum von vermutlich 3% im Vergleich zum Vorjahr sowie eine gute Auslastung am Arbeitsmarkt.

Unter Zugzwang gerate die Zentralbank auch dadurch, dass man eventuell die Aufwertung der heimischen Krone überschätzt habe. Mit den Prognosen der Nationalbank per Ende 2017/18 von 25,70 CZK und 25,30 CZK würde die Tschechische Krone um insgesamt mehr als 6% gegenüber dem Euro aufwerten. Eine derartige Aufwärtsbewegung würde einer geldpolitischen Verschärfung um 150 Basispunkte entsprechen. Allerdings habe die tschechische Währung seit der Aufgabe der Kursbindung an den Euro im April bislang lediglich eine Aufwertung um rund 3% verzeichnet. Insgesamt visiere die Nationalbank nach eigenen Aussagen eine um insgesamt 250 Basispunkte straffere Geldpolitik an. Sollte der Wechselkurs zum Euro oberhalb der Marke von 26 CZK bleiben, sei dadurch im Jahresverlauf eine weitere Zinsanhebung um weitere 25 BP wahrscheinlich, um dieses Ziel zu erreichen. Per Ende 2018 würden die Analysten von einem Leitzins der Nationalbank von 0,75% ausgehen. Vor diesem Hintergrund würden sie fallende Preise der Anleihen erwarten. Auf der Währungsseite würden sie mit vergleichsweise unveränderten CZK-Notierungen rechnen. (02.08.2017/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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