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Tschechien: Wirtschaftliche Erholung bleibt langsam, Zinsen niedrig


07.09.20 12:45
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Die meisten letzte Woche veröffentlichten Wirtschaftsdaten aus Tschechien fielen negativer aus als erwartet, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Die Wirtschaftsleistung sei im zweiten Quartal um 11,00% niedriger als im Vorjahr gewesen. Der durchschnittliche Reallohn sei nach einem kräftigen Wachstum in den letzten Jahren nun um 2,50% gefallen. Die Arbeitslosenrate habe in den letzten zwei Monaten bei 3,80% gelegen - im internationalen Vergleich nach wie vor sehr niedrig, aber nur dank dem kurzarbeitähnlichen staatlichen Programm "Antivirus". Die Geldpolitik bleibe seit vier Monaten praktisch unverändert; der Leitzinssatz liege bei 0,25%. Eine weitere Lockerung sei derzeit nicht nötig und obwohl die Inflation (im Juli 3,40%) deutlich über dem Zielwert liege, seien auch keine Zinserhöhungen in Sicht.

Gouverneur der Tschechischen Nationalbank Jiří Rusnok sehe die Möglichkeit für eine straffere Geldpolitik frühestens im zweiten Halbjahr 2021 - falls sich die Wirtschaft sichtbar erhole. Die Tschechische Krone (CZK) habe letzte Woche gemeinsam mit dem Ungarischen Forint (HUF) und dem Polnischen Zloty (PLN) abgewertet. Wir können uns vorstellen, dass sie sich vom aktuellen Niveau (26,40) erholt, Kurse unter 26,00 sehen wir erst 2021 als realistisch, so die Oberbank. (07.09.2020/alc/a/a)