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Tschechien: ČNB könnte viel früher als andere Zentralbanken in Europa Geldpolitik straffen


02.02.21 09:45
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Am letzten Freitag schrieben wir über die Stärke der Tschechischen Krone (CZK), so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Diese setze sich fort: Gestern habe sich EUR/CZK praktisch den ganzen Nachmittag unter 26,00 gehalten und mit 25,91 sei der tiefste Kurs seit Beginn der Coronakrise im März 2020 erreicht worden. Auftrieb der CZK habe letzte Woche am Dienstag ein von Bloomberg veröffentlichtes Interview mit dem Gouverneur der Tschechischen Nationalbank (ČNB) Jiří Rusnok verliehen. "Ich weiß nicht, ob wir die Zinssätze einmal, zweimal oder gar nicht erhöhen werden" - mit dieser Aussage zur Leitzinsentwicklung in diesem Jahr habe Rusnok die Markterwartungen bestätigt, wonach die ČNB viel früher als andere Zentralbanken in Europa die Geldpolitik straffen könnte.

Die Inflation liege seit zwei Jahren über dem Zielwert von 2,00% und trotz der Verlangsamung seit Sommer sollte sie dank der niedrigsten Arbeitslosenrate unter den EU-Ländern und dem entsprechenden Lohndruck nicht unter das Ziel fallen. Das bedeute aber auch, dass selbst nach zwei Zinserhöhungen die Realverzinsung in CZK deutlich negativ bleiben würde. Das kurzfristige Aufwärtspotenzial der Währung sei beschränkt. In den nächsten Wochen dürfte EUR/CZK um 26,00 schwanken. (02.02.2021/alc/a/a)