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Trotz steigender Preise sind Zinserhöhungen in Polen kein Thema


12.10.17 10:45
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Die polnische Statistikbehörde will heute die endgültigen Daten zu Entwicklung der landesweiten Verbraucherpreise im September veröffentlichen, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Die Analysten würden damit rechnen, dass das Amt seine erste Schätzung von 2,2% im Vergleich zum Vorjahresmonat bestätigen werde. Die Jahresrate für den Preisanstieg wäre nach einem zyklischen Tief bei 1,5% im Juni somit sukzessive gestiegen. Obwohl etwas höher als zuvor mehrheitlich prognostiziert, bleibe die Teuerung unverändert in der von der Zentralbank angestrebten Toleranzzone einer Inflation von 2,5% ±1,0 Prozentpunkten. In der Volkswirtschaft gebe es infolge einer boomenden Konjunktur mittelfristig einen gewissen Preisdruck.

Günstige Basiseffekte etwa bei den Ausgaben für Kraftstoffe, würden die Inflation jedoch in den kommenden Monaten bremsen: Im Schlussquartal 2017 würden die Analysten einen durchschnittlichen Anstieg der allgemeinen Verbraucherpreise von nur 1,6% in der Jahresrechnung erwarten. Zugleich werde auch die sich langsam beschleunigende Kerninflation auf absehbare Zeit unter dem Ziel der Zentralbank liegen. Daher werde die Nationalbank von Polen ihre Leitzinsen voraussichtlich unverändert belassen. Die Analysten würden bis Ende 2018 von einem unveränderten Schlüsselzins von 1,50% ausgehen. Erst 2019 würden die Analysten schrittweise Zinserhöhungen auf 2,50% erwarten. Zusammen mit weiteren eventuellen Spannungen mit der EU führe dies voraussichtlich über anziehende Renditen polnischer Staatsanleihen zu einer zunehmend steileren Renditekurve. (12.10.2017/alc/a/a)