Telekom Austria: Wettbewerbsdruck dürfte weiterhin hoch bleiben - 2026er 1,5% Anleihe verkaufen


13.06.18 10:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI) raten die in 2026 fällige 1,5% Anleihe (ISIN XS1405762805 / WKN A18901) der Telekom Austria AG (ISIN AT0000720008 / WKN 588811) auf Total Return Basis und Sicht von sechs Monaten zu verkaufen.

Die Telekom Austria AG (Telekom Austria) zähle mit rund 24 Mio. Kunden zu den führenden Anbietern von Kommunikationslösungen und digitalen Services im CEE-Raum. Das Unternehmen mit Sitz in Wien beschäftige rund 19.000 Mitarbeiter in sieben Ländern: Österreich (A1), Slowenien (A1), Bulgarien (Mobiltel), Weißrussland (velcom), Kroatien (Vipnet), Serbien (Vip Mobile) und Mazedonien (one.Vip).

Die Telekom Austria habe die Markterwartungen im 1. Quartal 2018 im Großen und Ganzen erfüllen können. Die Umsatzerlöse seien im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,2% (Proforma) auf EUR 1.076 Mio. gestiegen. Getrieben durch die verbesserte Kostensituation sowie höhere Margen bei Endgeräten sei das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) um 6,7% auf EUR 348 Mio. gestiegen. In der Kapitalstruktur habe sich die Rückzahlung der bilanziell als Eigenkapital behandelten Hybridanleihe mit einem Volumen von EUR 600 Mio. widergespiegelt. Zur partiellen Refinanzierung habe das Unternehmen kurzfristige Finanzverbindlichkeiten in Höhe von EUR 404 Mio. aufgenommen, was zu einem Anstieg der Nettoverschuldung um 19,6% auf EUR 2.882 Mio. geführt habe.

Mittelfristig sei der eingeschlagene Entschuldungstrend aber weiterhin intakt. Der daraus resultierende, spürbare Rückgang der bezahlten Zinsen habe sich neben gesunkenen Investitionen maßgeblich verantwortlich für den deutlichen Anstieg des Free Cashflows gezeigt, der um 120% auf EUR 82,5 Mio. habe zulegen können. Mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 4,8 Jahren sei das Fälligkeitsprofil der ausstehenden Finanzverbindlichkeiten langfristig geprägt. Bis 2021 stünden keine nennenswerten Tilgungen an, sodass der Angebotsdruck - vorbehaltlich keiner größeren M&A Deals - gering bleiben dürfte. Zudem stehe mit ungezogenen Kreditlinien in Höhe von EUR 1,3 Mrd. viel Liquidität auf Abruf zur Verfügung. Bereits seit Ende letzten Jahres verfüge die Telekom Austria sowohl bei S&P (BBB) als auch bei Moody's (Baa2) über einen positiven Ratingausblick.

Am Heimatmarkt Österreich, mit einem EBITDA-Anteil von 66% immer noch der Ertragsbringer im Konzern, dürfte der Wettbewerbsdruck durch das preisaggressive Auftreten virtueller Betreiber und die fortschreitende Konsolidierung weiterhin hoch bleiben. Aus Bewertungssicht sehen die Analysten der RBI auf Sicht der kommenden Monate angesichts der in Relation zur Sektor- als auch Ratingpeergroup auf Spread-Basis bereits niedrig preisenden Sekundärmarktkurve wenig Potenzial für weitere Einengungen. Vielmehr dürfte das Risiko für eine potenzielle Verschlechterung des Credit-Profils vor dem Hintergrund der angekündigten Bereitschaft zu neuerlichen M&A Aktivitäten - rund EUR 1 Mrd. seien für mögliche Zukäufe in Osteuropa vorgesehen - steigen.

Die Analysten der RBI empfehlen die 2026er 1,5% Anleihe der Telekom Austria AG auf Total Return Basis und Sicht von sechs Monaten zu verkaufen. (Ausgabe vom 17.05.2018) (13.06.2018/alc/a/a)
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