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Steigende Zinsen voraus?


17.11.21 09:33
Fürst Fugger Privatbank

Augsburg (www.anleihencheck.de) - In den USA haben die Zinsen spürbar angezogen, so die Analysten der Fürst Fugger Privatbank.

10-jährige US-Staatsanleihen würden bei über 1,6% notieren, für 30-jährige gebe es sogar knapp 2% Zinsen. Mit Bekanntwerden der Verbraucherpreise habe sich die gesamte Kurve der US-Treasuries um rund 10 Basispunkte nach oben geschoben. Dürfen Anleger nun auch bei uns auf steigende Zinsen hoffen, fragen die Analysten der Fürst Fugger Privatbank.

Marko Behring, Leiter Asset Management der Fürst Fugger Privatbank sehe das differenziert: "Die Angst vor einer dauerhaft erhöhten Inflation geht um. Immer weniger Marktakteure glauben daran, dass die Preissteigerung auf Basiseffekte oder Lieferkettenprobleme zurückzuführen ist und dass sich dieser Trend bald schon normalisiert." Daher sei es für ihn nur logisch, dass sich Marktteilnehmer angesichts der sichtbar gewordenen Teuerung von niedrig verzinsten Staatsanleihen trennten und nach Alternativen suchten - etwa am Aktienmarkt. Der aufkommende Verkaufsdruck führe schließlich zu steigenden Zinsen; meist zuerst am längeren Ende.

Eine Schlüsselrolle würden in dieser Situation die Notenbanken spielen: "Die Bank of England wird spätestens bis Februar mit einer Zinsanhebung reagieren. Die FED beginnt noch diesen Monat mit der Drosselung ihrer Wertpapierkäufe. Und einige "Falken" im Offenmarktauschuss sehen bereits im zweiten Halbjahr 2022 eine erste Zinsanhebung."

Doch das lasse sich nicht einfach auf die Eurozone übertragen. Im Gegenteil: Blicke man nach Europa, und hier vor allem nach Deutschland, so zeige sich für Marko Behring der Bondmarkt trotz steigender Verbraucherpreise sehr stabil. "Wir führen die Abkopplung Europas bei der Zinsentwicklung auf das zögerliche Agieren der Europäischen Zentralbank zurück. Ihre geldpolitischen Akteure haben in den letzten Wochen wiederholt erklärt, dass die im Markt erwarteten Leitzinsanhebungen noch vor Ende kommenden Jahres nicht mit der EZB zu machen sei." Wären es bei der Fed die "Falken", die sich immer wieder Gehör verschafften, so seien es in der EZB eher die "Tauben", so Marko Behring: "Wir gehen davon aus, dass die Zinsen in Europa vorerst auf einem niedrigen Niveau bleiben."

Das seien aber nicht automatisch schlechte Nachrichten für Anleger. Die steigende Zinsdifferenz zwischen Europa und USA führe zu einem stärkeren Dollar, was wiederum der exportlastigen deutschen Wirtschaft helfe. Das dürfte europäischen Aktien in den nächsten Wochen weiter Auftrieb geben.

Marko Behring, Leiter Asset Management der Fürst Fugger Privatbank:

- "Die Angst vor einer dauerhaft erhöhten Inflation geht um. Immer weniger Marktakteure glauben daran, dass die Preissteigerung auf Basiseffekte oder Lieferkettenprobleme zurückzuführen ist und dass sich dieser Trend bald schon normalisiert."

- "Die Bank of England wird spätestens bis Februar mit einer Zinsanhebung reagieren. Die FED beginnt noch diesen Monat mit der Drosselung ihrer Wertpapierkäufe. Und einige "Falken" im Offenmarktauschuss sehen bereits im zweiten Halbjahr 2022 eine erste Zinsanhebung."

- "Wir führen die Abkopplung Europas bei der Zinsentwicklung auf das zögerliche Agieren der Europäischen Zentralbank zurück. Ihre geldpolitischen Akteure haben in den letzten Wochen wiederholt erklärt, dass die im Markt erwarteten Leitzinsanhebungen noch vor Ende kommenden Jahres nicht mit der EZB zu machen sei."

- "Wir gehen davon aus, dass die Zinsen in Europa vorerst auf einem niedrigen Niveau bleiben." (17.11.2021/alc/a/a)