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Steigende Zinsen trüben Stimmung für Aktien - Kursrückgänge als Basis eines neuen Aufschwungs?


07.02.18 11:00
Moventum

Luxembourg (www.anleihencheck.de) - Der unerwartet schnelle und deutliche Renditeanstieg von Rentenpapieren hat dem zunächst guten Jahresauftakt an den Aktienmärkten ein jähes Ende bereitet, so die Anlageexperten der Luxemburger Fondsplattform Moventum.

Die Renditen zehnjähriger US-Treasuries seien innerhalb weniger Handelstage Richtung 2,9 Prozent gestiegen, zehnjährige Bundesanleihen würden aktuell 0,75 Prozent zeigen. Steigende Zinsen würden die Stimmung für Aktien trüben. Würden sie jedoch von einem so tiefen Niveau steigen, sei dies zu relativieren.

"Fundamental hat sich die Welt in den vergangenen Tagen nicht verändert. Höhere Kursschwankungen wurden erwartet, nun haben wir sie", kommentiere Carsten Gerlinger, Director Asset Management bei Moventum, die aktuellen Entwicklungen. Die Schwankungen an den Aktienmärkten würden seiner Meinung nach keinerlei Veranlassung zu Panik oder Kurzschlussreaktionen bieten. "Ganz im Gegenteil: Die jüngsten Kursrückgänge steigern wieder die Attraktivität der Aktienmärkte und bilden die Basis für einen neuen Aufschwung", erkläre Gerlinger.

Das Fundamentale Umfeld sei weiterhin aussichtsreich. Die Volkswirtschaften würden weltweit synchron wachsen und die Einkaufmanagerindices würden ein gesundes Umfeld zeigen. Auch die laufende Berichtssaison zeige positive Daten: In den Regionen USA, Europa und Japan hätten die Unternehmen in ihren Quartalsberichten durchschnittlich ein prozentual zweistelliges Gewinnwachstum ausgewiesen. Gut 80 Prozent der Unternehmen des S&P 500 hätten die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen und dreiviertel unter ihnen hätten ihre Prognosen für das laufende Jahr erhöht.

"Für das Jahr 2018 erwarteten wir einen Zinsanstieg zehnjähriger US-Treasuries auf maximal 3 Prozent. Jetzt ist ein kurzfristiger Test dieser Marke wahrscheinlich, für uns jedoch kein Anlass die Strategie zu ändern", erkläre Gerlinger. Moventum sei im Rentenbereich unter Durationsgesichtspunkten sehr defensiv aufgestellt. Außerdem würden in diesem Segment Fonds mit flexiblen Strategien gewichtet, die auch in Stresssituationen ihre Beständigkeit unter Beweis gestellt hätten.

"Von amerikanischer Seite rechnen wir 2018 mit drei weiteren Zinsschritten", resümiere Gerlinger Moventums Erwartungen in Bezug auf die US-Zinspolitik. Auch der neue FED-Chef Jerome Powell werde an dem bereits im vergangenen Jahr eingeschlagenen Kurs festhalten. Die US-Notenbank werde ihrem Ziel, eine Inflation von 2 Prozent zu erreichen, sehr nah kommen. Zuletzt habe der US-Arbeitsmarktbericht einen Anstieg der US-Löhne von 2,9 Prozent vermeldet. Dies werde zu einem höherem Konsum und Preissteigerungen führen, was letztlich die Inflation steigen lasse.

"Für Europa erwarten wir in den nächsten Monaten keine Änderung des geldpolitischen Kurses der Europäischen Zentralbank", so Gerlinger. Dennoch würden sich auch Bundesanleihen dem Trend steigender US-Renditen nicht entziehen können. (07.02.2018/alc/a/a)