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Stehen wir kurz vor einem Handelskrieg? Vorsicht im Hinblick auf die Laufzeiten europäischer Anleihen!


12.04.18 11:45
Edmond de Rothschild Asset Management

Paris (www.anleihencheck.de) - Das protektionistische Risiko ist infolge von Donald Trumps Entscheidung, Zölle für Stahl- und Aluminiumimporte in den USA einzuführen, mit einem Knalleffekt wiederaufgetaucht, so die Experten von Edmond de Rothschild Asset Management.

Chinesische Güter hätten seitdem die Liste der betroffenen Waren erweitert, ohne Angabe zu Zeitraum und Produktart.

"Es ist verlockend, aufgrund der aktuellen Situation einen Handelskrieg vorauszusehen", bestätige Benjamin Melman, Leiter Asset Allocation und Sovereign Debt bei Edmond de Rothschild Asset Management, in seinem jüngsten Kommentar. "Auch wenn das ein reales Risiko darstellt, glauben wir weiterhin nicht, dass ein Handelskrieg das wahrscheinlichste Szenario ist", mildere der Experte ab.

Dafür sprächen laut Melman folgende Gründe:

Erstens schlage China bisher einen versöhnlichen Ton an und werde nur Vergeltung durch die Versteuerung der US-Importe in Höhe von 3 Billiarden US-Dollar üben.

Zweitens hätten nach der Ankündigung des US-Präsidenten Gespräche zwischen den USA und China stattgefunden. Dies zeige, dass Peking Zugeständnisse bezüglich der Eröffnung des Binnenmarkts mache und Unternehmen zu ausländischen Investitionen bereit seien.

Drittens sei China aktuell in einer Phase der wirtschaftlichen Entwicklung angekommen, in der der Protektionismus aus dem Takt sei, vor allem weil die Lage gerade klar unausgewogen sei.

In Anbetracht dieser Faktoren seien die USA gerade wohl eher dabei, weniger und nicht mehr Protektionismus zu sichern. "Es ist allerdings zu früh, davon vollends überzeugt zu sein", meine Melman. Die Märkte würden das protektionistische Risiko nun einpreisen, aber die jüngsten Entwicklungen darauf hinweisen, dass das Worst-Case-Szenario weit von der Realität entfernt sei.

Das Risiko sei laut des Asset Allocation-Teams von Edmond de Rothschild Asset Management daher zurzeit symmetrischer als vorher. Edmond de Rothschild Asset Management halte seiner aktuellen Investmentpolitik deswegen die Treue und bleibe bei einer Übergewichtung europäischer und japanischer Aktien gegenüber Anleihen. Benjamin Melman: "Beide Regionen befinden sich jetzt in der Mitte ihres Zyklus und haben Potenzial auf Margensteigerung, akkommodierende Zentralbanken und attraktive Relativbewertungen gegenüber den USA. Es gibt daher keinen Grund, die Übergewichtung zu ändern."

Aufgrund des Renditerückgangs bei langfristigen europäischen Anleihen in den vergangenen Wochen sei das Team von Edmond de Rothschild Asset Management wieder etwas vorsichtiger im Hinblick auf die Laufzeiten europäischer Titel. (12.04.2018/alc/a/a)