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Staatsanleihen aus dem Euroraum starten mit leichten Kursverlusten ins neue Handelsjahr


16.02.21 08:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Staatsanleihen aus dem Euroraum starteten mit leichten Kursverlusten in das neue Handelsjahr, so die Experten von Union Investment.

Ausgehend von den USA sei es zu steigenden Renditen gekommen. Dort habe eine demokratische Mehrheit im Senat die Erwartung auf ein umfangreiches Fiskalpaket geschürt, das mit einer deutlich höheren US-Verschuldung einhergehen dürfte. Auch wenn die Bewegung im Euroraum weniger stark ausgefallen sei, sei die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen dennoch zunächst bis auf -0,46 Prozent geklettert.

Die Verlängerungen von diversen Lockdown-Maßnahmen in mehreren europäischen Ländern und der Mangel an ausreichenden Impfdosen hätten dann im weiteren Monatsverlauf den Markt ebenso gestützt wie die Kommentare der großen Notenbanken. Sowohl die Europäische Zentralbank (EZB) als auch ihre Pendants in Großbritannien und den USA hätten sich für eine weiterhin sehr expansive Geldpolitik ausgesprochen. EZB-Chefin Lagarde habe noch einmal die Handlungsbereitschaft der Währungshüter betont und zudem den Euro schwach zu reden versucht. Eine zu starke Gemeinschaftswährung könnte zu einer Belastung der europäischen Wirtschaft werden. Zum Ende des Monats sei sogar eine mögliche Zinssenkung in den Raum gestellt worden. Marktteilnehmer hätten aber an der Ernsthaftigkeit dieser Absicht gezweifelt, weshalb die Aussagen hierzu keinerlei Wirkung gezeigt hätten.

Anleihen aus den Peripherieländern hätten ebenfalls leicht unter Druck gestanden. In Italien sei es zum Streit zwischen den Regierungsparteien über die Mittelverwendung aus dem europäischen Wiederaufbaufonds gekommen, der letztlich zum Bruch der Koalition geführt habe. Die Sorge vor möglichen Neuwahlen habe zwischenzeitlich den Risikoaufschlag zu Bundesanleihen erhöht und auch Anleihen aus den Nachbarstaaten in Mitleidenschaft gezogen. Ende Januar sei die Aussicht auf eine neue Regierungsbildung jedoch groß gewesen und es sei zu einer Kurserholung gekommen.

Durch Sondereffekte verzerrte höhere Inflationsraten hätten vor dem Monatswechsel noch einmal für allgemein steigende Renditen gesorgt. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index hätten europäische Staatsanleihen im Januar einen Verlust von 0,6 Prozent hinnehmen müssen. Das Marktumfeld sollte aufgrund der Käufe der EZB aber dennoch gut unterstützt bleiben. (Ausgabe vom 15.02.2021) (16.02.2021/alc/a/a)