Staatsanleihen: Zunehmende Risikoaversion


09.09.20 10:00
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Als sicher geltende Rentenpapiere der EWU-Kernländer verzeichneten gestern deutliche Kursgewinne, so die Analysten der Helaba.

So sei es dem richtungsweisenden Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) gelungen, die Widerstandslinie der August-Abwärtsbewegung zu überschreiten. Verantwortlich für die Kursgewinne sei die Gemengelage aus Meldungen, welche einen harten Austritt des Königreiches aus der EU möglich erscheinen lassen würden sowie eine zunehmende Risikoaversion an den Aktienmärkten, verursacht durch Konjunktursorgen in Asien.

Neben der Bundesfinanzagentur versteigere heute das Schatzamt Portugals heute zwei Anleihen. Die 10J-Benchmarkanleihe rentiere momentan auf einem Niveau von 0,40%. Damit belaufe sich der Spread gegenüber dem deutschen Pendant auf 86 Basispunkte. Die Spreads italienischer und griechischer Anleihen hätten sich in den letzten Tagen vergleichsweise stark ausgeweitet. Die Renditedifferenzen lägen bei 158 bzw. 82 Basispunkten.

Die latenten Sorgen vor den wirtschaftlichen Auswirkungen durch COVID-19 würden für ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis der Finanzmarktteilnehmer sorgen. Zudem würden die bevorstehende US-Präsidentschaftswahl sowie die permanente Chance auf einen "harten" Brexit verunsichern. Dementsprechend würden die Analysten davon ausgehen, dass der Future sich oberhalb der Marke von 174,00 halte, zumal die EZB mit Käufen unterstütze. Kurzfristige Rücksetzer sollten gleichwohl nicht ausgeschlossen werden, worauf die Indikatoren im Tageschart hinweisen würden. Positiv zu werten sei hingegen das Überwinden der August-Abwärtstrendlinie. Die nächsten Hürden seien bei 174,38 und 174,51 zu finden. Haltemarken bestünden bei 173,47 und in der Zone 173,17. (09.09.2020/alc/a/a)