Staatsanleihen: Verluste


06.10.20 09:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) startete zunächst freundlich in die neue Woche, so die Analysten der Helaba.

Im Nachmittagshandel habe sich jedoch Abgabedruck aufgebaut, sodass der Tag mit deutlichen Verlusten beendet worden sei. Von Interesse seien heute die zahlreichen Reden der EZB- und FED-Vertreter. Kritische Äußerungen über den Pandemieverlauf sowie die latente Notwendigkeit von weiteren Hilfsmaßnahmen dürften die Nachfrage nach Bundesanleihen aufrechterhalten. Die 10J-Peripheriespreads gegenüber Bunds hätten sich gestern weiter eingeengt.

In Italien sei die Renditedifferenz zweitweise auf 131 Basispunkte und damit auf den niedrigsten Stand seit Februar gesunken. Die Aktivitäten am Primärmarkt würden heute Fahrt aufnehmen. Auf dem Programm stünden neben den Finanzagenturen in Deutschland und Österreich das britische Schatzamt.

Im Umfeld weltweit weiter steigender Infektionszahlen dürften vermeintlich sichere EWU-Kerntitel tendenziell unterstützt bleiben. Zudem bleibe die Risikoaversion durch den unsicheren Verlauf der US-Wahlen und der "Brexit"-Gespräche erhöht. Kurzfristige Gewinnmitnahmen könnten jedoch nicht ausgeschlossen werden. Die Charttechnik sei insgesamt als belastend zu beurteilen.

So liege der MACD unterhalb seiner Signallinie und die Stochastik sinke. Der Widerstandsbereich bei 175,00/10 bleibe somit wohl unüberwindbar. Hier liege das Kontrakthoch bei 175,08. Heute stehe die 21-Tagelinie bei 174,27 im Test, ein Unterschreiten zeichne sich ab. Darunter biete die 55-Tagelinie 173,97 weiteren Halt. (06.10.2020/alc/a/a)