Staatsanleihen: Unter Einfluss der Geld- und Fiskalpolitik


04.09.20 10:00
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das Interesse an Staatsanleihen ist trotz der vorherrschenden Risk-On-Stimmung hoch, was unter anderem den Rückflüssen aus Kupon- und Tilgungszahlungen geschuldet sein dürfte, so die Analysten der Helaba.

Entsprechend unproblematisch seien die gestrigen Primärmarktaktivitäten verlaufen. Spanien habe mehr als 4,5 Mrd. EUR aufgenommen und Frankreich etwa 10,5 Mrd. EUR bei einer durchschnittlichen Überzeichnungsquote von knapp 1,8. Doch damit nicht genug: Die französische Regierung stelle zusätzliche Corona-Hilfsmaßnahmen in Höhe von 100 Mrd. EUR in Aussicht. Zudem würden einige Marktteilnehmer auf weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen vonseiten der Europäischen Zentralbank spekulieren.

Hinweise darauf werde es im Vorfeld der Ratssitzung am kommenden Donnerstag aber nicht mehr geben, denn überlicherweise würden sich Notenbanker in den Tagen vor der Entscheidung mit Äußerungen zurückhalten. Insofern sei von dieser Seite nicht mit weiterer Unterstützung für den Rentenmarkt zu rechnen und der Renditerückgang im kurzen Laufzeitbereich könnte etwas korrigieren. Das Potenzial für eine größere Korrektur sei aber begrenzt, zumal die Analysten bei dem heute im Fokus stehenden US-Arbeitsmarktbericht einen unterhalb der Konsensschätzung liegenden Beschäftigunsaufbau erwarten würden.

Zudem gelte es zu berücksichtigen, dass sich das technische Bild des Bund-Futures (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) mit den jüngsten Kursgewinnen und dem MACD-Kaufsignal aufgehellt habe. Entscheidend auf der Oberseite seien der Widerstand bei 177,37 und der Bereich um 178,00. Dieser habe Ende Juli und Anfang August mehrfachen Tests standgehalten. (04.09.2020/alc/a/a)