Staatsanleihen: Renditeanstieg setzt sich fort


12.10.21 08:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Mit dem erneuten Anstieg der Rohstoffpreise sind auch die Inflationssorgen wieder größer geworden, so die Analysten der Helaba.

Verstärkte Zinsfantasien in Großbritannien würden ebenfalls für ein schwieriges Umfeld sorgen und 10-jährige Bundesanleihen seien zeitweise bis auf -0,11% gestiegen. Zur Erinnerung: Das Jahreshoch sei Mitte Mai bei -0,07% markiert worden. Noch höhere Renditen habe es zuletzt im Mai 2019 gegeben. Selbst beschwichtigende Äußerungen vonseiten diverser EZB-Vertreter würden kaum noch Wirkung zeigen. Zweifel würden zunehmen, dass die EZB an ihrer ultralockeren Ausrichtung noch langfristig festhalten könne. Weniger deutlich würden die Renditeanstiege in anderen EWU-Ländern ausfallen und entsprechend würden die Peripheriespreads zum Teil deutlich sinken.

Am Primärmarkt würden die Niederlande heute im 30-jährigen Segment aktiv, während Deutschland eine Schatzanweisung um 5 Mrd. EUR aufstocke. Bleibe zu hoffen, dass trotz des schwierigen Umfelds genug Nachfrage generiert werden könne.

Da die Analysten bei der heute anstehenden ZEW-Umfrage keine Enttäuschung ausmachen würden, dürfte der Rentenmarkt von dieser Seite keine Unterstützung erhalten. Auch technisch bleibe das Bild mit dem intakten Abwärtstrendkanal getrübt. Die untere Trendkanalbegrenzug bei 168,42 liefere eine erste Unterstützung. Widerstände seien bei 169,71 und 170,00 zu finden. (12.10.2021/alc/a/a)