Staatsanleihen: Noch keine Entwarnung zu geben


06.09.21 11:00
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Am Rentenmarkt ist es am Freitagnachmittag zu Abschlägen gekommen, obwohl der US-Beschäftigungsaufbau enttäuscht hatte, so die Analysten der Helaba.

Dies sei mit dem stärkeren Anstieg der Stundenlöhne zu erklären, die wiederum Inflationssorgen schüren würden. Heute bleibe es an der Datenfront ruhig und in den USA seien die Märkte feiertagsbedingt geschlossen. Interessant werde es erst morgen mit der ZEW-Umfrage. Highlight in dieser Woche stelle aber zweifelsohne die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank dar. Die letzten Kommentare vonseiten der EZB-Vertreter hätten Sorgen geschürt, dass die Assetkäufe im vierten Quartal geringer ausfallen könnten.

Ruhig bleibe es heute am Primärmarkt. Erst morgen würden die Finanzagenturen in Österreich und Deutschland mit diversen Aufstockungen starten. Spanien könnte mit einem 20-jährigen Green-Bond via Syndikat aktiv werden. Am Mittwoch werde Deutschland eine zweite grüne Anleihe mit 10-jähriger Laufzeit neu einführen. Insgesamt falle das europäische Auktionsvolumen mit unter 10 Mrd. EUR unterdurchschnittlich aus.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) habe die 55-Tagelinie erneut durchbrochen. Weiterhin erscheine es verfrüht, um auf eine Erholung zu setzen, denn die technischen Indikatoren im Tageschart würden zu Vorsicht mahnen. Die Durchschnittslinie verlaufe heute bei 175,27 und stelle eine erste Widerstandsmarke dar. Ein weiterer Widerstand sei am Vorwochenhoch bei 176,48 zu finden. Haltemarken würden die Analysten um 174,64 (50%-Level) lokalisieren. Schon jetzt sei darauf hingewiesen, dass am Mittwoch der letzte Handelstag des September-Kontrakts sei. Der Wechsel auf den Dezember-Kontrakt gehe mit einem Abschlag von annähernd 300 Basispunkten einher. (06.09.2021/alc/a/a)