Staatsanleihen: Noch keine Entwarnung zu geben


18.02.21 08:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - An den Rentenmärkten ist es nach dem Abverkauf der letzten Tage zu einer Erholung gekommen, so die Analysten der Helaba.

Das Umfeld bleibe aber schwierig, denn Sorgen vor einer Rückkehr der Inflation seien weiterhin vorhanden, auch wenn Vertreter der großen Zentralbanken derartige Risiken herunterspielen und keine Zweifel an der Fortsetzung der ultralockeren Geldpolitik aufkommen lassen würden. Auffällig sei die Versteilung der Renditestrukturkurve in Deutschland. Der Spread zwischen 10- und 2-jährigen Bundesanleihen sei mit über 30 Basispunkten auf den höchsten Stand seit knapp einem Jahr gestiegen und die Differenz zwischen 30- und 10-jährigen Renditen weise das höchste Niveau seit Anfang Juni 2020 auf.

Der deutliche Renditeanstieg im langen und ultralangen Laufzeitbereich habe dazu geführt, dass die gestrige Aufstockung der Bund 08/2050 mit einer positiven Rendite (0,1%) erfolgt sei - erstmals seit knapp einem Jahr. Heute stünden umfangreiche Emissionen in Spanien und Frankreich mit einem maximalen Zielvolumen von insgesamt knapp 18 Mrd. EUR auf dem Programm. Auch dort seien die Renditen zuletzt gestiegen. Zu größeren Spread-Bewegungen gegenüber Bundesanleihen sei es in den letzten Tagen aber nicht gekommen.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) habe sich nach den verlustreichen Tagen zuvor erholen können. Entwarnung könne aber noch nicht gegeben werden, denn das Reflationsthema sei noch nicht beendet. Auch technisch bleibe das Bild getrübt, wenngleich die überverkaufte Marktlage zu einer vorübergehenden Erholungsphase führen könnte. (18.02.2021/alc/a/a)