Staatsanleihen: Noch keine Entwarnung


02.07.21 08:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - EZB-Präsidentin Lagarde bleibt ihrer Linie treu und lässt keine Zweifel an der Fortsetzung der ultralockeren Geldpolitik aufkommen, so die Analysten der Helaba.

Zwar habe sich der wirtschaftliche Ausblick in der Eurozone verbessert, es gebe aber weiterhin Unsicherheiten vor dem Hintergrund der Virus-Mutationen. Dennoch habe sich der Renditerückgang zunächst nicht fortgesetzt und so würden 10-jährige Bundesanleihen wieder im Bereich von -0,20% pendeln. Der mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarktbericht werde heute wohl ein deutliches Stellenplus anzeigen, sodass von dieser Seite zumindest keine Unterstützung für den Rentenmarkt zu erwarten sei.

Am Primärmarkt habe Frankreich gestern vier Anleiheserien mit Laufzeiten von 10 bis 20 Jahren veräußert und das Maximalziel von 11 Mrd. EUR erreicht. Auch in Spanien habe es ein umfangreiches Angebot in Höhe von 5,3 Mrd. EUR gegeben, das vom Markt gut absorbiert worden sei. Die Spreads zu Bundesanleihen seien sogar gesunken. In der nächsten Woche würden die Aktivitäten deutlich nachlassen. Österreich und Deutschland würden Aufstockungen und eine Neuemission planen. Weitere Emittenten innerhalb der Eurozone gebe es nicht.

Dem Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) sei es bislang nicht gelungen, die 100-Tagelinie, die heute bei 172,67 verlaufe, dauerhaft zu überwinden. Daher erscheine es verfrüht, um auf weitere Kursgewinne zu setzen. Sollte der Bereich 172,67/74 dennoch überschritten werden, wären weitere Widerstände um 173,00 zu finden. Unterstützungen würden sich an der 55-Tagelinie und am letzten Impulstief bei 171,82 bzw. 171,67 lokalisieren lassen. (02.07.2021/alc/a/a)