Staatsanleihen: Noch kein Befreiungsschlag


23.02.21 10:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Gestern standen Anleihen der EWU-Kernländer zunächst weiter unter Druck und der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) notierte im Tagestief bei 173,58, so die Analysten der Helaba.

Im Handelsverlauf habe sich jedoch das Blatt gedreht, befeuert durch Aussagen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde, wonach die EZB die Renditeentwicklung "genauestens beobachte". Die Analysten hätten an dieser Stelle oftmals betont, dass die EZB es wohl als ihr Aufgabe sehe, für günstige Finanzierungsbedingungen zu sorgen. Dies habe die EZB-Präsidentin Lagarde gestern untermauert und damit Sorgen vor zu hohen Renditen signalisiert.

Das gestrige ifo Geschäftsklima Deutschland lasse derweil auf eine konjunkturelle Erholung schließen, sodass es in Kombination mit einer expansiven Geld- und Fiskalpolitik zu einem höheren Inflationsdruck kommen könnte. Die Inflationserwartungen würden seit November im Trend steigen und lägen momentan bei 1,3%. Auch in den USA setze sich der Renditeanstieg gestern zunächst fort und zehnjährige Treasury Notes hätten mit 1,39% das höchste Niveau seit einem Jahr markiert. Die Peripherieanleihen könnten sich diesem Trend nicht ganz entziehen; die 10J-Spreads seien gestern jedoch nahezu unverändert geblieben.

Das Chartbild sei trotz der gestrigen Erholung als getrübt zu bezeichnen. So stünden die Indikatoren im Tageschart mehrheitlich auf Verkauf. So auch der DMI, der von einem steigenden ADX begleitet werde. Erneute Verluste könnten somit nicht ausgeschlossen werden. Die erste Haltemarke würden die Analysten bei 173,66 lokalisieren. Hier liege ein markantes Tief des fortlaufenden Kontrakt vom November letzten Jahres. Darunter lägen Unterstützungen bei 173,40 und bei 173,23. (23.02.2021/alc/a/a)