Staatsanleihen: Lange Laufzeiten gefragt


07.09.20 09:15
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Staatsanleihen bleiben bei Anlegern gefragt, obwohl die Renditen ein äußerst niedriges Niveau aufweisen, so die Analysten der Helaba.

Vor allem der ultralange Laufzeitbereich habe sich vergleichsweise gut verkauft und die Renditedifferenz zwischen 30- und 10-jährigen Bundesanleihen sei in den letzten Handelstagen etwas kleiner geworden. Bei den Peripheriespreads habe sich zuletzt wenig getan und selbst französische Anleihen würden gut laufen - trotz des erhöhten Angebots in der letzten Woche und der Aussicht auf ein zusätzliches Corona-Hilfspaket in Höhe von 100 Mrd. EUR.

Das Angebot am europäischen Primärmarkt sinke in dieser Woche auf unter 20 Mrd. EUR. Es stünden Auktionen in Deutschland, den Niederlanden, Österreich, Italien und Irland auf dem Programm. Auch weitere Syndizierungen seien aufgrund des erhöhten Finanzierungsbedarfs bei vielen EWU-Staaten weiterhin möglich und umfangreiche EU-Emissionen (SURE) stünden ebenfalls im laufenden Monat auf der Agenda.

Die Kurse am Rentenmarkt stünden in dieser Woche unter dem Einfluss der EZB-Ratssitzung am Donnerstag, obwohl die Mehrheit der Marktteilnehmer nicht mit einer Veränderung bei Zinsen und Kaufprogrammen rechne. Zweifel an der Fortsetzung der ultralockeren Geldpolitik gebe es nicht. Vielmehr seien weitere Erleichterungen für den Bankensektor vorstellbar. Insgesamt bleibe der Markt für Staatsanleihen durch die EZB-Aktivitäten latent unterstützt.

Mit Blick auf den Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) sei der morgige Wechsel auf den Dezember-Kontrakt zu beachten, der mit einem Abschlag von etwa 300 Basispunkten vollzogen werde. Am technisch verbesserten Ausblick ändere dies aber wenig. Die nächsten Widerstände seien bei 174,51 und 175,08 zu finden. Auf eine erste Unterstützung treffe der Bund-Future bei knapp 173,50 in Form der 21-Tagelinie. (07.09.2020/alc/a/a)