Staatsanleihen: Korrekturausdehnung


14.09.21 09:07
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Anhaltende Tapering-Spekulationen bezüglich der FED halten die US-Renditen hoch und belasten den Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264), so die Analysten der Helaba.

Mit den heutigen US-Preiszahlen dürfte es diesbezüglich keine Entlastung geben, auch wenn die Jahresrate nach Erachten der Analysten zunächst nicht steige. Basiseffekte würden einen neuerlichen Anstieg aber im vierten Quartal begünstigen, sodass Tapering auf der Agenda bleibe. Zudem habe EZB-Direktorin Schnabel signalisiert, dass sich die EZB des Risikos eines Unterschätzens der Inflationsentwicklung bewusst sei. Die EZB könne zügig und entschlossen handeln, falls das Ziel schneller erreicht würde.

Am Primärmarkt stocke heute die niederländische Finanzagentur eine Nullkupon-Anleihe mit 30-jähriger Laufzeit um bis zu 2 Mrd. EUR auf. Demgegenüber werde Deutschland am kurzen Ende der Kurve mit einer Schatzauktion aktiv. Das größte Volumen gebe es aber in Italien. Dort würden konventionelle Anleihen im Umfang von bis zu 5,75 Mrd. EUR erweitert. Die Finanzierungsbedingungen seien gut, denn die Renditen seien seit der EZB-Ratssitzung gesunken - ebenso die Spreads gegenüber Bundesanleihen.

Der kurzfristige Abwärtstrendkanal sei weiterhin tonangebend. Die Widerstandslinie verlaufe heute bei 172,23, die untere Trendkanalbegrenzung sei bei knapp 171,00 zu finden. MACD und DMI stünden im Verkauf und würden zur Vorsicht mahnen. Eine Ausdehnung der Korrektur bis zum 61,8%-Level (171,11) sollte nicht ausgeschlossen werden. (14.09.2021/alc/a/a)