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Staatsanleihen: Konflikt mit Nordkorea stützt die sicheren Häfen


08.09.17 11:15
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Europäische Staatsanleihen zeigten sich im August von ihrer freundlichen Seite und waren bei den Anlegern gefragt, so die Experten von Union Investment.

Anders als in den Vormonaten hätten diesmal aber nicht Papiere aus den Peripherieländern, sondern aus den Kernstaaten die größten Zuwächse verzeichnet. Auslöser hierfür sei vor allem die Unsicherheit gewesen, die von Nordkorea ausgegangen sei. In diesem stürmischen Kapitalmarktumfeld seien Bundesanleihen daher als sicherer Hafen gefragt gewesen. Die Rendite von Papieren mit einer zehnjährigen Restlaufzeit habe sich um 18 Basispunkte auf 0,36 Prozent ermäßigt. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index, hätten europäische Staatsanleihen im August 0,8 Prozent hinzugewonnen.

US-Staatsanleihen hätten anfänglich noch unter großen Schwankungen seitwärts tendiert. Ab der Monatsmitte sei es dann auch hier zu rückläufigen Renditen gekommen, da auch US-Papiere in diesem unsicheren Marktumfeld Schutz geboten hätten. Neben dem Konflikt mit Nordkorea habe sich abermals Enttäuschung über die US-Administration breitgemacht. Bislang könne Donald Trump keinen nennenswerten Erfolg in seiner Amtszeit vorweisen. Für Aufsehen und Unverständnis hätten zudem die vielen Personalrochaden in Trumps Regierung gesorgt. Auf Indexebene (J.P. Morgan Global Bond US-Index) seien US-Schatzanweisungen im August mit einem kräftigen Plus von 1,2 Prozent aus dem Handel gegangen. Die Rendite für zehnjährige Papiere habe sich auf 2,12 Prozent ermäßigt.

Das diesjährige Notenbanktreffen in Jackson Hole habe keine neuen Erkenntnisse gebracht und sei somit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Weder Mario Draghi (Europäische Zentralbank) noch Janet Yellen (US-Notenbank) hätten sich zu Äußerungen bezüglich ihrer zukünftigen Geldpolitik hinreißen lassen. Der geplante Bilanzabbau der US-Notenbank FED dürfte inzwischen aber ebenso oberste Priorität haben wie die Änderungen am Kaufprogramm aufseiten der EZB.

Die Nachfrage nach Papieren mit einem Renditeaufschlag sei hoch geblieben. Europäische Unternehmensanleihen hätten auf Indexebene 0,6 Prozent an Wert gewonnen. Anleihen aus den Schwellenländern seien gleichermaßen gesucht gewesen. Dank weiterer Mittelzuflüsse und eines schwächeren US-Dollar habe der Kursgewinn sogar 1,8 Prozent betragen. (Ausgabe August 2017) (08.09.2017/alc/a/a)