Staatsanleihen: Inflationsthema lässt sich nicht verdrängen


11.10.21 11:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das Inflationsthema lässt sich so schnell nicht verdrängen und so bleibt das Umfeld am Rentenmarkt schwierig, so die Analysten der Helaba.

Steigende Rohstoffpreise würden Inflationsängste schüren und zu einem Anstieg der Renditen führen, komme es hingegen zu einer Korrektur beispielsweise der Ölpreise, würden auch die Renditen sinken. Beteuerungen der EZB, wonach der Preisanstieg nur temporär sei und geldpolitisch nicht darauf reagiert werden müsse, würden am Rentenmarkt immer weniger Wirkung zeigen.

Am Primärmarkt seien heute keine Aktivitäten zu erwarten. Im Wochenverlauf gebe es zwar diverse Angebote, das Gesamtvolumen bleibe aber unter 20 Mrd. EUR und werde zudem weitgehend durch Rückflüsse vor allem aus Italien ausgeglichen. Morgen würden die Niederlande im ultralangen Segment aktiv, während Deutschland die Schatzanweisung September 2023 zum zweiten Mal aufstocke, am Mittwoch gefolgt von der ersten Erweiterung des im September emittierten, 30-jährigen Benchmarkpapiers. Italien veräußere drei BTP-Serien. Zwar sei auch mit der ersten NGEU-Anleihe mit grünem Label zu rechnen - diese werde aber über ein Syndikat begeben.

Neben dem fundamental schwierigen Umfeld sei auch der technische Ausblick mit Risiken behaftet. So handele der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) seit annähernd acht Wochen innerhalb eines intakten Abwärtstrendkanals und obwohl die Trendlinie relativ steil verlaufe (sie sinke täglich um 13 Ticks), habe sie bislang nicht dauerhaft überwunden werden können. Ob dies heute gelingen werde, dürfe bezweifelt werden, denn wichtige Datenveröffentlichungen stünden nicht auf dem Programm und in den USA seien die Rentenmärkte aufgrund eines Feiertags (Columbus Day) geschlossen. Die untere Trendkanalbegrenzung bei 168,55 stelle die nächste Unterstützung dar. (11.10.2021/alc/a/a)