Staatsanleihen: Erholung - aber keine Wende zum Besseren


08.10.21 09:15
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben sich temporär erholt, von einer nachhaltigen Wende zum Besseren kann aber nicht gesprochen werden, denn Inflation und Inflationssorgen bleiben dem Markt wohl erhalten, so die Analysten der Helaba.

Für Unterstützung würden Meldungen sorgen, wonach die EZB ein Asset-Kaufprogramm prüfe, das nach Beendigung des PEPP zum Einsatz kommen könnte und flexibel ausgerichtet sein solle. Die Peripheriespreads hätten sich etwas eingeengt.

Am europäischen Primärmarkt bleibe es heute ruhig. Einzig das belgische Schatzamt könnte im Rahmen ihres Programms "Optional Reverse Inquiry Facility" eine Anleihe in kleinvolumigem Umfang ausgeben. Italien und möglicherweise auch Portugal würden Einzelheiten zu den geplanten Auktionen der kommenden Woche bekannt geben. Dann werde es auch Aktivitäten in Deutschland und in den Niederlanden geben und die EU werde wahrscheinlich die erste NGEU-Anleihe mit grünem Label emittieren - allerdings über ein Syndikat. Insgesamt dürfte das Emissionsvolumen in der kommenden Woche unterdurchschnittlich ausfallen.

Ein robust zu erwartender US-Arbeitsmarktbericht würde Erwartungen festigen, dass die FED im November mit der Rückführung der Assetkäufe beginnen könne. Für Aufmerksamkeit würden auch die Stundenlöhne sorgen, die weiter steigend erwartet würden und den Rentenmarkt tendenziell belasten könnten. Von technischer Seite könne ebenfalls noch keine Entwarnung gegeben werden, denn der seit August bestehende Abwärtsimpuls sei intakt. Erst bei Kursen oberhalb von 170,00 und folgend über 170,55 würden zu einer Aufhellung des Chartbildes beitragen. Unterstützungen seien bei 169,12 und 168,67 zu finden. (08.10.2021/alc/a/a)