Staatsanleihen: Erhöhtes Risikobewusstsein


15.10.20 08:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das Robert Koch-Institut meldete gestern über fünftausend Neuinfektionen binnen eines Tages und damit den höchsten Wert seit April, berichten die Analysten der Helaba.

Zudem laste der ungelöste Brexit auf dem Sentiment der Marktteilnehmer. Damit würden sich die Sorgen vor den wirtschaftlichen Auswirkungen verstärken. Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) habe ein neues Kontrakthoch bei 175,50 markiert, wofür auch die erfolgreiche Aufstockung der30-jährigen Bund verantwortlich gewesen sein dürfte. So habe die Nachfrage das Angebot um das 2,4-fache übertroffen. Die Zuteilungsrendite habe -0,16% betragen. Die Rendite der 10J-Benchmarkanleihe sei mit -0,57% auf das niedrigste Niveau seit Anfang Mai dieses Jahres gefallen. Die 10J-Spreads in Italien seien leicht auf 123 Basispunkten gegenüber Bunds gestiegen. Auch in Spanien und Portugal hätten sich die Renditevorsprünge leicht ausgeweitet.

Die Stimmungsindikatoren in der US-Industrie könnten die Nachfrage nach EWU-Kerntiteln heute tendenziell stützen. Die Indikatoren im Tageschart seien aufwärtsgerichtet. Die Stochastic dringe in den überkauften Bereich ein. Die nächsten Hürden lägen im Bereich 175,78/82, abgeleitet vom fortlaufenden Kontrakt. Haltemarken seien zunächst um 175,00 zu finden. Darunter würden die Marken bei 174,76 und bei 174,53 (21-Tagelinie) weitere Unterstützung bieten. (15.10.2020/alc/a/a)