Staatsanleihen: Bund-Future unter Abgabedruck


06.01.21 09:15
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) kam gestern im Nachmittagshandel unter Abgabedruck, welcher sich durch den überraschenden Anstieg des ISM-Index der US-Industrie verstärkte, so die Analysten der Helaba.

Die bisherigen Auszählungen der Senatswahl in den USA hätten Treasury Notes unter Druck gesetzt, sodass die 10J-Rendite auf 1% gestiegen sei. Auch der Bund-Future starte diesen Morgen mit Abschlägen in den Handel. Die Bundesfinanzagentur versteigere heute eine Schuldverschreibung mit Laufzeit Februar 2031. Dabei könnten die Investoren mit einer Rendite um -0,58% rechnen. Der 10J-Spread zwischen Treasury Notes und Bunds betrage momentan 152 Basispunkte. Damit sei die Aufwärtsbewegung von August letzten Jahres intakt. Die 10J-Renditen der Peripherieländer scheinen momentan auf Richtungssuche zu sein, so die Analysten der Helaba. Spanische und portugiesische Titel lägen leicht oberhalb der 0% Marke bei 0,63% bzw. 0,59%.

Die Impfungen gegen Covid-19 hätten zwar weltweit begonnen, jedoch zeichne sich noch keine grundlegende Verbesserung der Lage ab. Inwieweit erneute Lockdowns für eine nachhaltige Verbesserung sorgen würden, bleibe abzuwarten. Diese Unsicherheit stütze latent die als sicher geltenden Anlagen wie Bundeswertpapiere. In fundamentaler Hinsicht sei der Blick heute auf Spanien und Italien gerichtet. Die Service-PMIs würden voraussichtlich auf die wirtschaftlichen Sorgen hinweisen und den Bund-Future stützen. Allerdings belaste die Spekulation auf steigende Staatsausgaben in den USA deutlich. Die Marktteilnehmer scheinen den demokratischen Kandidaten damit den Sieg zuzutrauen, so die Analysten der Helaba. Mit dem Unterschreiten der 21- und 55-Tagelinien habe sich die Technik beim Bund-Future eingetrübt. Die nächsten Widerstände lägen im Bereich 177,79/85 und bei 178,27. Unterstützungen würden sich zunächst bei 177,17 und bei 177,00 befinden. (06.01.2021/alc/a/a)