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Staatsanleihen im August: Leichter Renditeanstieg zum Monatsende


10.09.20 08:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die erste Augusthälfte war nahezu ereignislos, so die Experten von Union Investment im Kommentar zu den weltweiten Rentenmärkten.

Viele Marktteilnehmer hätten sich noch im Sommerurlaub befunden und es habe zudem an marktbewegenden Neuigkeiten gemangelt, in der zweiten Monatshälfte habe sich der Handel dann spürbar belebt. Einige Konjunkturdaten seien besser als erwartet ausgefallen. Zudem habe es ermutigende Nachrichten zum Corona-Virus gegeben.

Den größten Marktimpuls habe jedoch Jerome Powell, der Chef der US-Notenbank Federal Reserve (FED), ausgelöst. Auf dem jährlichen Notenbanksymposium in Jackson Hole habe er ein neues Inflationsziel der FED angekündigt. Demnach würden die US-Währungshüter künftig eine Inflation von durchschnittlich zwei Prozent anstreben. Längere Phasen niedriger Teuerung würden damit perspektivisch die Inkaufnahme von Phasen mit entsprechend höherer Teuerung erlauben. Während die Unsicherheit über den künftigen Inflationsverlauf dadurch steige, bleibe die geldpolitische Ausrichtung damit auf lange Sicht ultralocker. Zum Monatsende hin hätten die US-Renditen am langen Ende daher leicht angezogen. Auf Indexebene (J.P. Morgan Global Bond US-Index) habe das im August letztlich ein Minus von 1,2 Prozent bedeutet.

Am Euro-Rentenmarkt habe sich ein ganz ähnliches Bild gezeichnet. Auch hier habe anfangs Flaute geherrscht. Mit dem Beschluss der US-Notenbank und einigen Neuemissionen habe sich der Markt dann wieder belebt. Wenngleich viele Staaten in diesem Jahr bereits eine Vielzahl an neuen Anleihen platziert hätten, so müssten die umfangreichen Fiskalmaßnahmen dennoch weiter finanziert werden. Kernanleihen aus dem Euroraum hätten im August rund ein Prozent an Wert eingebüßt. Papiere aus den Peripherieländern hätten sich etwas besser gehalten, aber dennoch 0,4 Prozent an Wert verloren. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign-Index habe dies für europäische Staatsanleihen im August ein Minus von 0,8 Prozent bedeutet.

Europäische Unternehmensanleihen hätten leicht freundlich tendiert und auf Indexebene (ICE BofA Euro-Corp.-Index, ER00) ein Plus in Höhe von 0,1 Prozent verzeichnet. Die Suche nach Rendite und ein schwacher US-Dollar hätten bei Anleihen aus den Schwellenländern (J.P. Morgan EMBI Global Div. Index) für einen Zuwachs von 0,5 Prozent gesorgt. (Ausgabe vom 08.09.2020) (10.09.2020/alc/a/a)