Staatsanleihen: Argumente für steigende und fallende Kurse


18.11.20 08:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Meldungen über erfolgsversprechende Corona-Impfstoffe haben in der letzten Zeit zu einer erhöhten Volatilität am Rentenmarkt beigetragen, so die Analysten der Helaba.

Einerseits sorge die mittel- bis langfristige Aussicht auf eine flächendeckende Immunisierung und eine damit einhergehende konjunkturelle Erholung für Abgabedruck, andererseits zeichne sich aufgrund der aktuellen Einschränkungen zunächst eine erneute Schwächephase ab und die EZB stehe daher bereit, weitere Lockerungsmaßnahmen zu beschließen. Dies liefere dem Rentenmarkt und insbesondere der EWU-Peripherie Unterstützung.

Die Blockade des EU-Haushalts und des 750 Mrd. EUR schweren Corona-Hilfspakets durch Ungarn und Polen scheine bislang keine große Rolle zu spielen. Man hoffe darauf, dass es im schlimmsten Fall "nur" zu einer verzögerten Auszahlung kommen werde. Am Primärmarkt stocke heute Deutschland die Bundesanleihe mit Fälligkeit August 2030 um 3 Mrd. EUR auf. Das Interesse an der gestern auktionierten Schatzanweisung habe sich in Grenzen gehalten. Das bei -0,74% begebene Papier sei 1,4-fach überzeichnet gewesen.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) habe nach einer volatilen Phase oberhalb der 55-Tagelinie ein neues Gleichgewicht gefunden. Derzeit scheinen sich die Argumente für steigende und fallende Kurse in etwa die Waage zu halten, so die Analysten der Helaba. Daran dürfte sich heute kaum etwas ändern, denn wichtige Datenveröffentlichungen stünden nicht auf dem Programm. Erste Widerstände seien um 175,50 zu finden. Unterstützung würden die 100-Tagelinie bei 174,33 und das jüngste Impulstief bei 173,66 liefern. (18.11.2020/alc/a/a)