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Staatsanleihemarkt: Renditeabwärtsbewegung der letzten Tage setzt sich fort


04.09.20 10:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Mit dem US-Arbeitsmarktbericht steht zum Wochenausgang noch einmal ein Highlight am Kalender, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Die Beschäftigung habe in den letzten Monaten zwar stark zulegen können, habe aber im Juli noch immer um 12,9 Mio. unter dem Vorkrisenniveau gelegen. Auch im August werde allgemein mit einem deutlichen Stellenaufbau gerechnet. Allerdings sei zu befürchten, dass sich der Beschäftigungszuwachs über die Zeit abflache und so werde es noch ein langer Weg bis zur Rückkehr zum Ausgangswert.

In Deutschland sei der Auftragseingang der Industrie im Tief um rund 38% im Vergleich zum Januar-Niveau eingebrochen und habe im Juni noch immer 12% unter dem Wert vom Jahresanfang gelegen. Der Konsens rechne im Juli mit einem erneuten klaren Plus und somit einer fortgesetzten Erholung im Industriesektor.

Am Rating-Kalender seien heute einige kleine Euroländer vermerkt: Finnland (AA+(s)) und Zypern (BBB-(s)) bei S&P, Luxemburg (AAA(s)) bei Fitch, Estland (A1(s)) bei Moody’s.

Am Staatsanleihemarkt habe sich gestern die Renditeabwärtsbewegung der letzten Tage fortgesetzt und die Verzinsung 10-jähriger Anleihen einiger Länder zurück an markante Marken gebracht (DE: -0,5%, IT: 1,0%, US 0,6%).

Am Primärmarkt habe gestern Frankreich Anleihen mit Laufzeit 11/2030, 5/2036, 5/2052 und 4/2060 zu einer durchschnittlichen Rendite von -0,19%, 0,09%, 0,53% und 0,57% begeben. Die bid/cover habe zwischen 1,7 und 2 gelegen, Gesamtvolumen habe EUR 10,5 Mrd. betragen. Spanien habe via Anleihen mit Fälligkeit 1/2025, 4/2028, 11/2033 (inflationsindexiert) und 11/2035 in Summe rund EUR 4,5 Mrd. aufgenommen. Die Emissionen seien bei 1,4- bis 4,9-facher Überzeichnung zu einer durchschnittlichen Rendite von -0,276%, 0,047%, -0,432% und 0,636 % zugeteilt worden. (04.09.2020/alc/a/a)