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Staats- und Investment-Grade-Unternehmensanleihen reduziert - Wandelanleihen aufgestockt


22.02.21 14:00
Edmond de Rothschild Asset Management

Paris (www.anleihencheck.de) - Die Grundüberzeugung von Edmond de Rothschild Asset Management ist seit dem 9. November 2020, als Pfizer den ersten Impfstoff gegen Covid-19 ankündigte, unverändert geblieben: "Die konjunkturelle Erholung wird stark sein und hat sich noch nicht im vollen Umfang in den Kursen niedergeschlagen, trotz bereits deutlich gestiegener Marktbewertungen. Seither haben sich zwar wertorientierte und konjunkturabhängige Sektoren stark erholt, doch insgesamt betrachtet war die Entwicklung bescheiden, wenn man die Intensität des Einbruchs im vergangenen Jahr bedenkt", sagt Benjamin Melman, Global Chief Investment Officer von Edmond de Rothschild Asset Management.

Auch bei Unternehmensanleihen sei nach Ansicht des Experten eine ähnliche Entwicklung zu beobachten: Trotz deutlich niedrigerer Ausfallquoten als befürchtet und der aufkommenden wirtschaftlichen Erholung würden Spreads zwischen Investment-Grade- und Hochzinsanleihen nach wie vor hoch bleiben, auch wenn der Überfluss an Liquidität alle Spreads verringert habe, so Melman. Zwar seien Investoren durchaus stark in risikobehafteten Anlagen allokiert, aber dennoch würden sie sich weiterhin auf defensive Segmente konzentrieren. Für ihn stehe daher fest: "Es besteht das Potenzial, mehr von der erwarteten Erholung zu profitieren, weshalb Anleger risikoreiche Anlagen präferieren sollten."

Die aktuellen Marktbewertungen seien nicht zu optimistisch, sei Melman überzeugt. Risiko sehe er vielmehr seitens der Politik der Zentralbanken, die eine massive "Monetarisierung" eingeleitet hätten, als bei den Marktbewertungen, die seiner Ansicht nach zwar hoch, aber nicht extrem seien. Aus Sicht des Experten könnte sich die letztendliche Rückabwicklung dieser ultra-akkommodierenden Geldpolitik als schwierig erweisen, denn Anleger seien nach wie vor bestrebt, in risikoreiche Anlagen zu investieren. "Je früher die US-Notenbank Details zum Zurückfahren der expansiven Geldpolitik bekannt gibt, desto leichter wird es für die Märkte sein, diese Veränderung zu verarbeiten. Während Anleger auf eine Änderung der Geldpolitik warten, sollten sie die Fed jedoch nicht bekämpfen", bekräftige Melman.

"Die Wirtschaft weißt eine überraschende Widerstandfähigkeit auf", stelle Melman fest. Denn die ersten Berichte zum BIP der USA im vierten Quartal würden ungewöhnliche Informationen enthalten: Die Unternehmensinvestitionen seien nur um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Zum Vergleich: Ein Jahr nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers habe der Rückgang bei 10,3 Prozent gelegen. Diese gute Performance liege nach Ansicht des Experten nicht nur an steigenden Tech-Investitionen. Und auch in den Industrieländern insgesamt seien die Unternehmensgründungen im Jahr 2020 stark angestiegen. Melman sei daher optimistisch: "Diese trotz des Umfelds überraschende Dynamik der Unternehmen könnte bei einer Normalisierung der Lage zu positiven Überraschungen führen."

Angesichts der erwarteten Markterholung, während der ein gewisses Maß an Spannungen bei den langfristigen Zinssätzen anhalten könnte, reduziere Edmond de Rothschild Asset Management seine Gewichtung in Staats- und Investment-Grade-Unternehmensanleihen. Investitionen in Wandelanleihen seien allerdings aufgestockt worden, um insgesamt die Konvexität in den Portfolios zu erhöhen. "Da wir das Risiko für die Portfolios nicht erhöhen wollen, haben wir den Anteil an Hochzinsanleihen reduziert", erläutere Melman.

Anleger, die im Jahr 2020 in Schwellenländeraktien und -anleihen untergewichtet gewesen seien, würden zu diesen Anlagen zurückkehren. Nach Ansicht von Melman würden Schwellenmarktanlagen von einigen gut vorhersehbaren Schlüsselfaktoren profitieren (hervorragende Entwicklung des chinesischen Wachstums, Transparenz seitens der FED über die Fortsetzung ihrer Geldpolitik, die für die Neubewertung von Schwellenmarktanlagen günstig sei), einem Abschlag auf vergleichbare Anlagen in Industrieländern und einer möglichen Entspannung oder zumindest dem Ende der Eskalation der geopolitischen Lage unter der neuen US-Regierung. Auch Edmond de Rothschild Asset Management halte daher an der Überzeugung fest: "Wir sind seit einigen Monaten in Schwellenländeranlagen übergewichtet und bleiben dabei." (22.02.2021/alc/a/a)