Erweiterte Funktionen

Springt die Inflation in den USA auf über 7%? Und gerät die Konjunktur ins Stocken?


10.01.22 14:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Zum Start in das neue Jahr zogen die Renditen der Staatsanleihen Deutschlands und der USA massiv an, so die Analysten der Nord LB.

So seien die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen auf über -0,05% und der US-Treasuries auf über 1,75% gestiegen. Positive Renditen bei deutschen Bunds seien damit bereits in Reichweite gerückt. In diesen rasanten Marktbewegungen spiegele sich einerseits die Befürchtung wieder, die Inflation könne weltweit aus dem Ruder laufen. Andererseits spiegele es aber auch die Hoffnung der Marktteilnehmer wider, dass die neue Omikron-Variante trotz ihrer rasanten Ausbreitung wohl etwas weniger gefährlich sein dürfte und damit perspektivisch die Pandemie sich abschwächen könnte. Das würde den Weg zu stabilerem Wachstum und ebenfalls zu zügigen Zinsanhebungen ebnen. Beide Prozesse würden also höhere Zinsen bedeuten. In dieser Woche sei der Blick wieder eindeutig gen USA gerichtet.

Dabei stünden die Highlights mit den US-Inflationszahlen am Mittwoch und mit den US-Einzelhandelsdaten am Freitag an. Die Neuveröffentlichungen für den Dezember könnten Hinweise für Preis- und Wirtschaftsentwicklung im Land der unbegrenzten Möglichkeiten liefern. Während die Preise wohl nochmals deutlich zulegen dürften, sollten die Daten zum Einzelhandel eher sehr moderat ausfallen. So würden die Analysten bei den Konsumentenpreisen mit einem Anstieg um 0,4% M/M rechnen, was die Inflationsrate auf 7,1% Y/Y treibe. Auch die Kernrate exklusive Nahrung und Energie sollte nochmals massiv anziehen um 0,5% M/M, was die Jahresrate auf 5,4% steigen lassen würde.

Diese unfreundlichen Zahlen würden natürlich die Wahrscheinlichkeit für eine weniger expansive Ausrichtung der Geldpolitik in diesem Jahr erhöhen: Eine Beschleunigung beim Tapering sei ja bereits erfolgt und eine erste Zinsanhebung dürfte wohl schon spätestens in den Sommermonaten vorgenommen werden. Wie viele dieser folgen würden, werde auch von der Stabilität der Konjunktur abhängen. Der massive Anstieg der Neuinfektionszahlen - bedingt durch Omikron - dürfte am aktuellen Rand durchaus etwas das Wachstumstempo begrenzen. Das sollte sich bei den US-Einzelhandelsumsätzen niederschlagen, die die Experten am Freitag mit einem marginalen Rückgang von -0,1% M/M erwarten würden. Ebenfalls am Freitag würden die aktuellen Daten aus dem verarbeitenden Sektor der USA diesen Eindruck bestätigen: Die Industrieproduktion sollte im Dezember um nur 0,2% M/M angestiegen sein. (10.01.2022/alc/a/a)