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Spreads 10-jähriger BTPs zu Bunds haben sich etwas eingeengt


11.05.20 10:45
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - In der aktuellen Woche stehen Daten zur Realwirtschaft im Vordergrund (Freitag: DE BIP, US Industrie und Einzelhandel), so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Heute veröffentliche Italien Zahlen zur Industrieproduktion für März. Die Analysten der Raiffeisen Bank International AG würden einen Rückgang um 14% (p.m.) erwarten. In Deutschland (-9,2% p.m.), Spanien (-11,9%) und Frankreich (-16,2%) sei die Industrieproduktion im März in einem ähnlichen Ausmaß zurückgegangen. Das italienische BIP sei im Q1 um 4,7% (p.q.) geschrumpft und somit stärker als in der Eurozone (-3,8%).

Spreads 10-jähriger BTPs zu Bunds hätten sich nach dem Anstieg zu Wochenmitte etwas eingeengt (230 BP). Fortschritte in Bezug auf ein koordiniertes fiskalisches Vorgehen innerhalb der Eurogruppe seien hierfür förderlich. Am Eurogruppentreffen letzten Freitag habe eine Einigung auf eine ESM-Kreditlinie, Pandemic Crisis Support, über 2% des BIPs des jeweiligen Mitgliedlandes (Gesamt-Eurozone: EUR 240 Mrd.) erzielt werden können. Die durchschnittliche Laufzeit betrage zehn Jahre und die Kredite seien mit geringer Konditionalität verbunden (Finanzierung von direkten und indirekten Kosten der Gesundheitsversorgung, Heilung und Prävention von COVID-19).

Im US Kongress seien informelle Gespräche bezüglich eines neuerlichen Fiskalpakets gestartet worden. Insbesondere Regionalregierungen würden zusätzliche Mittel benötigen, aber auch die Lage am Arbeitsmarkt berge Diskussionsbedarf. Der Beschäftigungsbericht (April) habe einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 14,7% gezeigt. Die Partizipationsrate sei auf 60,2% gesunken, da der Beschäftigungsrückgang (22 Mio.) den Anstieg der Arbeitslosen (16 Mio.) deutlich überstiegen habe. Die Unterauslastung am US-Arbeitsmarkt sei demnach größer als die historisch hohe Arbeitslosenquote suggerieren würde. (11.05.2020/alc/a/a)