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So kommen Anleger erfolgreich durch das zweite Halbjahr


06.07.20 10:45
LAUREUS AG PRIVAT FINANZ

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Das erste Halbjahr 2020 stand voll im Zeichen der Corona-Pandemie, so Nermin Aliti, Leiter Fonds Advisory der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ.

Auf die rasanten Kursverluste im März seien bislang nicht für möglich gehaltene Hilfsmaßnahmen von Staaten und Notenbanken gefolgt. Diese hätten die Kapitalmärkte bis zum Sommer angetrieben - teilweise würden wichtige Märkte 2020 bereits wieder im Plus notieren. Doch wie lange könne die rosige Stimmung am Markt anhalten? Mit Blick auf das zweite Halbjahr sollten Anleger mit Vorsicht agieren. Dass die Märkte ihre positive Tendenz ohne Rückschläge beibehalten würden, sei zwar nicht auszuschließen, doch sehr wahrscheinlich sei dieses Szenario nicht. Mit Beginn der klassischen Infektionssaison ab Oktober sei auch in Deutschland mit erneut steigenden Covid-19-Infektionszahlen zu rechnen. Anleger dürften trotz der Normalisierung der vergangenen Wochen eines nicht vergessen: Bisher gebe es weder effektive Medikamente gegen das Virus, noch einen Impfstoff.

Folglich sei auch eine erneute Ansteckung der Märkte im zweiten Halbjahr 2020 nicht ausgeschlossen. Doch das bedeute nicht, dass Anleger der Börse gänzlich fern bleiben müssten. Vielmehr gelte es nach den Kursgewinnen der vergangenen Monate, Risiken mit Bedacht abzuwägen und noch immer bestehende Chancen mit Verve zu ergreifen. Derartige Chancen fänden sich aktuell beispielsweise auch bei ausgesuchten Anleihen. Die im Zuge der Pandemie gestiegenen Risikoprämien würden dazu führen, dass Anleger, die Bonds bis zur Fälligkeit halten würden, attraktive laufende Renditen einstreichen könnten. Angesichts der zu erwartenden gesteigerten Volatilität könnten sich jedoch auch bei heute attraktiven Anleihen noch bessere Chancen ergeben. Es gelte also mehr denn je, mit Bedacht zu investieren und einen Spielraum bei der Cashquote zu behalten.

Ähnlich gestalte sich die Lage am Aktienmarkt. Im ersten Halbjahr hätten sich vor allem Titel aus den Bereichen Technologie und Gesundheitswesen als attraktiv erwiesen. Trotz der zu Recht vom Markt als vielversprechend bewerteten Perspektive könnten auch in diesen Branchen Rückschläge drohen. Steigende Infektionszahlen könnten zu Gewinnmitnahmen führen und auch die Aktien der zuletzt als stabil geltenden Branchen belasten. Dennoch sollten Anleger auch dem Aktienmarkt nicht gänzlich den Rücken kehren und engagiert bleiben. Auch hier biete es sich an, die zu erwartenden Schwächephasen für Zukäufe zu nutzen.

Während Aktien aus Industrieländern auch während der Krise ein Investment wert seien, sollten Anleger bei Schwellenländern besonders gut hinschauen. Obwohl viele Volkswirtschaften aus Asien während der vergangenen Jahrzehnte ihre Haushalte saniert und die Leistungsbilanzen ins Gleichgewicht gebracht hätten, würden Schwellenländer-Investments insbesondere zu Corona-Zeiten ein erhöhtes Risiko bergen. Die Pandemie habe gezeigt, dass beim Krisenmanagement und auch der Transparenz nach außen beim einen oder anderen Schwellenland noch Luft nach oben bestehe. Dies könne schon mittelfristig zu deutlichen Auswirkungen auf die Märkte führen. Neben der Notwendigkeit neuerlicher Lockdowns durch möglicherweise lokale Covid-19-Ausbrüche bestünden auch Risiken für soziale oder politische Konflikte.

Anleger sollten bei der heterogenen Gruppe der Schwellenländer künftig noch wachsamer sein und Risiken mit Bedacht abwägen. Generell empfehle sich insbesondere bei Emerging Markets ein sehr langfristiger Investmentansatz, eine breite Streuung sowie ein aktives Management. Für Privatanleger würden sich darüber hinaus Sparpläne anbieten. Wer monatlich geringe Beträge in verschiedene Märkte investiere, könne auch zu Krisen-Zeiten ein tragfähiges Fundament für eine unbeschwerte finanzielle Zukunft legen.

Mehr denn je empfehle es sich, neben Aktien und Anleihen auch Rohstoffe und alternative Investments bei der Finanzplanung zu berücksichtigen. Gerade Letztere könnten sich während schwacher Marktphasen von der Entwicklung der Kapitalmärkte abkoppeln und so dafür sorgen, dass sich ein Depot langsam und stetig entwickle. Um die verschiedenen Anlageklassen nicht selbstständig allokieren zu müssen, könnten Privatanleger in bewährte defensive Mischfonds investieren. Diese würden Aktien, Anleihen oder auch Rohstoffe und andere Anlageklassen miteinander kombinieren und zudem sämtliche Depotpositionen professionell überwachen. Derart aufgestellt, könnten Anleger auch trotz der zu erwartenden turbulenten Börsen im zweiten Halbjahr 2020 ruhig schlafen und ihrem Anlagekonzept langfristig treu bleiben. Für den langfristigen Erfolg an der Börse seien das die besten Voraussetzungen. (06.07.2020/alc/a/a)