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Sitzungsprotokoll der letzten FED-Zinssitzung steht im Fokus


07.10.20 11:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - In Sachen US-Fiskalpaket prallten gestern Wunsch und Wirklichkeit innerhalb kürzester Zeit aufeinander, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

So habe FED-Präsident Powell am Nachmittag auf die Unvollständigkeit der Erholung und auf die Risiken einer (zu) langsam voranschreitenden Erholung hingewiesen, die "rezessionären Tendenzen" Vorschub leisten könnte. Wie üblich habe Powell daraus die Aufforderung an die Politik abgeleitet, die Hängepartie zu beenden und sich endlich auf ein neues Fiskalpaket zu einigen. Die Äußerung, das von zu umfangreichen Fiskalmaßnahmen ausgehende Risiko sei geringer als jenes, das einem zu geringen fiskalischen Impuls erwüchse, lasse aber doch zunehmende Ungeduld erkennen.

Kurze Zeit später sei dann die Ernüchterung gefolgt. Denn am Abend habe Trump den Abbruch der Verhandlungen mit den Demokraten verkündet. Hoffnungen, die jüngsten Gespräche zwischen Pelosi und Mnuchin könnten noch vor den Wahlen zu einem Ergebnis führen, hätten sich damit zerschlagen. Die Finanzmärkte hätten erwartungsgemäß reagiert: Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen habe etwas nachgegeben, der USD habe etwas zugewinnen können.

Heute stehe in den USA das Sitzungsprotokoll der letzten FED-Zinssitzung (der ersten nach der Strategieüberprüfung) im Fokus. In der Eurozone richte sich das Augenmerk auf die August-Industrieproduktion in Deutschland und Spanien. Nach dem lockerungsbedingten Rebound (Mai, Juni) sollten die Zuwachsraten (ggü. Vormonat) nun merklich geringer ausfallen.

Auf dem Primärmarkt habe Österreich gestern bei solider Nachfrage Anleihen mit Fälligkeit Juli 2024 (Emissionsrendite: -0,69%) und Februar 2030 (Emissionsrendite: -0,39%) aufgestockt und damit in Summe EUR 1 Mrd. eingenommen. (07.10.2020/alc/a/a)