Erweiterte Funktionen

Situation in Katalonien veranlasst Unternehmen die Koffer zu packen


13.10.17 08:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Während auf der einen Seite Separatisten und Gegner der Unabhängigkeitserklärung sowohl auf politischer Diskussionsebene als auch in Protestzügen auf der Straße ihre Forderungen bzw. Appelle kundtun, bereiten auf der anderen Seite Banken und Unternehmen ihren Abzug aus Katalonien vor, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Viele Unklarheiten für den Fall einer durchgesetzten Unabhängigkeit hinsichtlich der Zugehörigkeit zur Europäischen Union oder einer zukünftigen Währung stünden im Raum. Vor allem bei Banken und deren Investoren führe dies zu weiteren Fragen. Gelte das Gesetz der spanischen Einlagensicherung weiterhin? Bleibe der Zugang zu "EZB Geld" bestehen? Die Banco Sabadell habe bereits letzte Woche reagiert, und ihren rechtlichen Hauptsitz von Barcelona nach Alicante verlegt.

Auch die CaixaBank wolle gerüstet sein und ihre Kunden nicht verunsichern. Der Vorstand habe dementsprechend am 7. Oktober grünes Licht für die Verlegung des rechtlichen Sitzes der Bank nach Valencia gegeben. Dadurch bleibe diese ebenso wie die Banco Sabadell dem katalanischen Sprachraum treu, könne aber weiterhin unter spanischem Recht operieren und entziehe sich dem Einflussbereich der Regionalregierung Kataloniens.

Die allgemeine Verunsicherung im Bankensektor sei auch beim letzten Tender der EZB zu beobachten gewesen. Banken hätten sich mit EUR 21,3 Mrd. eingedeckt, dem höchsten Betrag seit März. Gerechnet worden sei mit EUR 3,3 Mrd. Auch Unternehmen sei die derzeitige politische Lage zu unsicher, weshalb ebenfalls Verlegungen des Firmensitzes im Raum stünden. Als Vorreiter sei hier das biopharmazeutische Unternehmen Oryzon Genomics zu nennen, dass bereits seinen Umzug nach Madrid bekannt gegeben habe. Gleiches treffe auf den Telekomkonzern Eurona zu. Weitere Unternehmen, die sich anschließen könnten, seien etwa Seat oder Freixenet, aber auch der Versicherungskonzern Catalan Occidente. (Ausgabe vom 12.10.2017) (13.10.2017/alc/a/a)