Setzt sich der Abwärtstrend der US-Inflation fort?


07.08.17 11:00
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Jenseits des Atlantiks dürfte in der laufenden Woche das Hauptaugenmerk der Veröffentlichung der US-Konsumentenpreise gelten, die in den letzten Monaten deutlich auf der Unterseite überrascht hatten, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

So sei der Anstieg der Kerninflation in den letzten vier Monaten hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Dies sollte mit dazu beigetragen haben, dass sich an den Kapitalmärkten die Zinserhöhungsfantasien bezüglich der US-Notenbank zurückgebildet hätten, was wiederum zur Abschwächung des US-Dollar geführt haben dürfte. Im Juli dürfte zumindest der Abwärtstrend bei der Jahresrate gestoppt werden - die Kernrate sollte unverändert bei 1,7% gg. Vj. liegen - was an dem grundsätzlichen Bild eines gemessen an der niedrigen Arbeitslosenquote geringem Inflationsdruck aber nichts ändern würde.

Die deutsche Industrieproduktion habe in diesem Jahr begünstigt durch das günstige globale Umfeld und auch den bis zum Ende des 1. Quartals noch schwachen Euro einen kräftigen Zuwachs verzeichnet. Nachdem schon in den ersten drei Monaten des Jahres ein Anstieg um 1,2% gg. Vq. gelang, zeichnet sich auf Basis unserer Projektion einer Stagnation im Juni ein Plus von 2,1% im 2. Quartal ab, sodass auf das deutsche BIP von dieser Seite deutlich positive Impulse ausgehen sollten, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt. In Anbetracht der zuletzt eher moderaten Auftragseingänge in der Industrie zeichne sich mit Blick auf die kommenden Monate keine Beschleunigung ab.

Eine weitere Indikation dafür, wie stark das deutsche BIP im 2. Quartal gewachsen sei, dürfte die am Dienstag anstehende Handelsbilanz abliefen, die im Juni genau wie im Vormonat einen deutlichen Überschuss von 19,8 Mrd. EUR ausweisen dürfte.

Zwar hinke in Frankreich die Erholung des Verarbeitenden Gewerbes hinter der der Eurozone hinterher, zuletzt habe es aber auch hier Anzeichen einer Belebung gegeben. Im Juni rechnen die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt lediglich mit einem Anstieg um 0,2% gg. Vm., was in Anbetracht des deutlichen Zuwachses im Mai (1,9%) aber gar nicht so schlecht ist. In Frankreich bleibe indes abzuwarten, ob der Zuwachs des Optimismus nach dem Wahlsieg von Emmanuel Macron zum Präsidenten anhalten werde. (Ausgabe vom 04.08.2017) (07.08.2017/alc/a/a)