Servicesektor stützt Gesamtwirtschaft


06.11.19 10:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Dienstleistungsindices der Einkaufsmanagerumfragen stehen auch heute noch einmal im Mittelpunkt des Interesses, da die spanischen und italienischen Daten sowie die endgültigen Werte in Frankreich, Deutschland und der Eurozone veröffentlicht werden, so die Analysten der Helaba.

Bezüglich der Entwicklung in Spanien seien die Vorgaben negativ. Nicht nur die Stimmung der spanischen Industrie liefere mit dem Rückgang im Oktober eine schwache Indikation, auch der Rückgang des Servicevertrauens laut EU-Kommission mahne zur Vorsicht. Dieses sei in Italien zumindest angestiegen, wenngleich die Analysten auch hier nicht die Hoffnungen auf eine Trendwende hätten. Immerhin dürften die Indices in der Expansionszone liegen, so wie das auch schon mit den Vorabschätzungen in Frankreich, Deutschland und der Eurozone sichtbar geworden sei. Noch bewahre der Sektor die Gesamtwirtschaft vor einem Schrumpfen.

Signale für eine deutliche Belebung der Aktivitäten gebe es gleichwohl nicht und so dürfte der vorhandene Lockerungsbias der Europäischen Zentralbank bestehen bleiben. Darauf würden vermutlich die heutigen EZB-Redenbeiträge hinweisen, auch wenn mit Robert Holzmann ebenfalls einer der Kritiker der September-Beschlüsse zu Wort komme. In den USA stünden ebenso FED-Reden auf der Agenda, von denen jedoch kaum zu erwarten sei, dass sie zu einer konkreten Position zur FOMC-Entscheidung im Dezember führen würden.

Die FED habe signalisiert, zunächst mit Zinssenkungen zu pausieren und die zukünftige Geldpolitik in Abhängigkeit von den eingehenden Daten mithin auch von geo- und handelspolitischen Entscheidungen zu treffen. Vor allem die Handelsstreitigkeiten seien ein Belastungsfaktor für die Unternehmensentwicklungen. Offen sei aktuell die Frage, wie lange die FED konjunkturelle Daten in dem Falle, dass sie nicht den Erwartungen der Notenbank entsprechen würden, beobachten würde, ohne ein weiteres Mal zu handeln. Die Geldmarktfuture würden derweil latent auf Zinssenkungen setzen, denn Mitte 2020 sei ein weiterer Zinsschritt vollständig eingepreist. (06.11.2019/alc/a/a)