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Schwellenländermärkte mit leichten Abgaben zum Jahresauftakt


17.02.21 10:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Anleihen aus den Schwellenländern konnten nicht an den positiven Jahresabschluss anknüpfen und verbuchten im Januar leichte Verluste, so die Experten von Union Investment.

Gemessen am JP Morgan EMBI Global Diversified-Index habe der Gesamtmarkt für in US-Dollar und Euro denominierte Anleihen ein Minus von 1,1 Prozent verzeichnet. Die Risikoaufschläge (Spreads) gegenüber US-Staatsanleihen seien mit 352 Basispunkten nahezu unverändert geblieben. Der Jahresauftakt sei für fast alle Segmente am Rentenmarkt mit leichten Verlusten verbunden gewesen. Ursächlich dafür sei der Aufwärtsdruck bei den Renditen im sicheren Hafen gewesen.

Neben einer sich abzeichnenden wirtschaftlichen Erholung, die durch staatliche Konjunkturprogramme unterstützt werde, habe auch die damit einhergehende anziehende Inflationserwartung für den moderaten Aufwärtsdruck bei den Renditen gesorgt. Das von Zentralbanken bevorzugte Maß der langfristigen marktimpliziten Inflationserwartungen (fünfjährige Inflationsswaps) sei in den USA von zwei Prozent vor Ausbruch der Pandemie auf mittlerweile rund 2,4 Prozent angestiegen. Auch in der Eurozone lägen die mittelfristigen marktimpliziten Inflationserwartungen inzwischen wieder leicht über dem Vorkrisenniveau.

Am Primärmarkt seien zum Monatsbeginn hohe Neuemissionsvolumen zu beobachten gewesen, vor allem aus Lateinamerika. Im weiteren Verlauf sei jedoch die Platzierungsaktivität deutlich zurückgegangen. Allerdings habe der EM-Anleihesektor auch im Januar von erheblichen Mittelzuflüssen profitiert. Ein Großteil davon sei in die lokalen EM-Anleihemärkte geflossen. Unter den Währungen der Schwellenländer hätten im Januar gegen den Euro vor allem die Türkische Lira (+2,5 Prozent), der Chinesische Renminbi (+2,2 Prozent) und der Ungarische Forint (+1,5 Prozent) aufwerten können. Währungen aus Lateinamerika hätten hingegen das Schlusslicht gebildet. Zu den größten Verlierern hätten der Argentinische Peso (- 3,0 Prozent), der Kolumbianischer Peso (-3,5 Prozent) und der Brasilianische Real (-4,4 Prozent) gezählt.

Nach vorne blickend werde das Corona-Virus auch im Jahr 2021 die Entwicklung an den Kapitalmärkten entscheidend prägen. (Ausgabe vom 15.02.2021) (17.02.2021/alc/a/a)