Schwellenländeranleihen profitieren von globalem Wachstumsgefälle


05.11.19 12:00
M&G Investments

London (www.anleihencheck.de) - Nach einer soliden Performance im ersten Halbjahr erlebten die Märkte für Schwellenländeranleihen in den zurückliegenden Monaten die Wiederkehr einer gewissen Volatilität, so die Experten von M&G Investments.

Die Renditen von US-Staatsanleihen seien trotz der Zinssenkungen durch die FED gestiegen. Das habe wiederum die Performance von Schwellenländer-Staatsanleihen in Hartwährung belastet.

Insgesamt hätten Schwellenländer-Staatsanleihen in Landeswährung im September jedoch leicht positive Renditen erzielt und es gebe noch mehr Gründe, warum Claudia Calich, Fondsmanagerin des M&G Emerging Markets Bond Fund (ISIN LU1670631016/ WKN A2JRBJ) mit Blick auf Anleihen aus Schwellenländern zuversichtlich sei:

"Nach unserer Einschätzung werden sich einige Faktoren vorteilhaft auf die längerfristige Entwicklung der Schwellenländermärkte auswirken: Zum einen haben diese Länder einen beträchtlichen Anteil am globalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) und punkten ganz klar mit demografischen Vorteilen. Außerdem sind sie im Vergleich mit Industrieländern relativ gering verschuldet. Auch das derzeit sehr niedrige Zinsniveau der Industrieländer dürfte die Beliebtheit von Schwellenländertiteln in Hart- oder Landeswährungen erhöhen.

Mit ein paar Ausnahmen, wie zum Beispiel Albanien, scheinen uns Staatsanleihen von europäischen Schwellenländern mittlerweile relativ teuer zu sein. In Afrika bewerten wir zurzeit Namibia positiv und bei den auf US-Dollar lautenden Staatsanleihen kauften wir in El Salvador neu begebene Staatsanleihen, da sich die Aussichten für das Land aus unserer Sicht gerade stabilisieren.

Ein Beispiel für ein interessantes Investment in Unternehmensanleihen des vergangenen Quartals ist IHS Towers, der multinationale Anbieter von Telekommunikationsinfrastruktur mit Sitz in Nigeria. Die neue Anleiheemission des Unternehmens war stark überzeichnet und Investoren konnten nach guter Entwicklung Gewinne mitnehmen.

Auch Unternehmen aus der Ukraine bieten aus unserer Sicht seit einiger Zeit mit verbesserten Fundamentaldaten ein attraktives Chancen-Risiko-Profil. Die anhaltende Zusammenarbeit des Landes mit dem IWF wirkt sich positiv auf die jüngsten politischen Entwicklungen aus. Beispielhaft dafür sei der ukrainische staatliche Öl- und Gaskonzern Naftogaz genannt. Chancen sehen wir ebenfalls für Firmen mit Hauptsitz in Europa, die erhebliche Umsätze in Schwellenländern erzielen, wie der Kosmetikkonzern Oriflame mit seiner Firmenzentrale im Schweizerischen Schaffhausen.

Trotz schwächerer Konjunkturaussichten und den spezifischen Risiken von Schwellenländern wie Argentinien oder der Türkei ist unsere Prognose für das globale Wachstum positiv. Unternehmen aus Schwellenländern punkten weiterhin mit attraktiven und stabilen Fundamentaldaten in Kombination mit im historischen Vergleich niedrigen Ausfallraten. Anhaltend niedrige Fremdkapitalkosten führen außerdem dazu, dass stark fremdfinanzierte Unternehmen mit verbesserten Bilanzen solider werden.

Daher sind wir überzeugt davon, dass Anleiheinvestoren weiterhin von den unterschiedlichen Wachstumsraten zwischen Industrie- und Schwellenländern profitieren können." (05.11.2019/alc/a/a)