Erweiterte Funktionen

Schwellenländeranleihen nach Sommerpause schwächer


13.10.20 12:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Anleihen aus den Schwellenländern tendierten im September nach zuvor freundlichen Handelsmonaten schwächer, so die Experten von Union Investment.

Gemessen am JP Morgan EMBI Global Diversified-Index hätten Hartwährungstitel einen Verlust in Höhe von 1,9 Prozent verbucht. Dabei hätten aufkommende Corona-Sorgen, der fallende Ölpreis sowie ein temporär stärkerer US-Dollar auf die Marktstimmung gedrückt. US-Staatsanleihen hätten hingegen im September in engen Bandbreiten seitwärts gehandelt. Die Renditeveränderungen dort seien gegenüber dem Vormonat über alle Laufzeiten hinweg nur marginal gewesen.

Beides zusammen, sprich schwächere Schwellenländeranleihen sowie seitwärts tendierende US-Staatsanleihen, sei in einem Anstieg der Risikoaufschläge (Spreads) gemündet. Per Monatsultimo hätten sich die Spreads um zehn auf 432 Basispunkte ausgeweitet. Dennoch hätten sich diese zwischenzeitlich der psychologisch wichtigen Marke von 400 Basispunkten angenähert.

Am Neuemissionsmarkt habe sich, trotz vorangegangener Sommerpause, die Platzierungsaktivität im Staatsanleihesektor in Grenzen gehalten. Die Erwartungshaltung einer verstärkten Emissionstätigkeit besteht aber nach wie vor, wodurch die Neuemissionen nur verschoben statt aufgehoben erscheinen, so die Experten von Union Investment. Auf Einzelländerebene hätten weiterhin vereinzelt geopolitische Themen wie beispielsweise in Weißrussland im Vordergrund gestanden.

In puncto Geldpolitik sei die überraschende Zinserhöhung der türkischen Notenbank hervorzuheben. Die Währungshüter hätten den geldpolitischen Schlüsselsatz um 200 Basispunkte auf 10,25 Prozent erhöht. Damit sei der Zinssatz erstmals seit rund zwei Jahren erhöht worden. Zuvor hätten die Notenbanker den Leitzins in einer Reihe von Schritten von 24 Prozent auf nur noch 8,25 Prozent gesenkt. An den Währungsmärkten habe die Zinserhöhung bei der Türkischen Lira kurzzeitig für einen Sprung nach oben gesorgt. Dennoch habe diese im Monatsvergleich gegenüber der Gemeinschaftswährung rund 3,1 Prozent an Wert verloren und damit das Schlusslicht unter den Schwellenländerwährungen gebildet. Daneben hätten die Tschechische Krone und der Polnische Zloty ebenfalls zu den größten Verlierern gezählt. Der Südkoreanische Won, Taiwan-Dollar und Südafrikanische Rand hätten hingegen deutlich aufwerten können. (Ausgabe vom 09.10.2020) (13.10.2020/alc/a/a)