Schwellenländer: Werden die Notenbanken 2018 vorsichtig vorgehen und Unterstützung bieten?


11.01.18 14:47
Jupiter AM

London (www.anleihencheck.de) - Die aufstrebenden Volkswirtschaften haben 2017 in hohem Maße vom synchronisierten globalen Aufschwung profitiert, so Alejandro Arevalo, Fondsmanager des Jupiter Global Emerging Markets Corporate Bond SICAV (ISIN LU1551065813/ WKN A2DK0F) und Jupiter Global Emerging Markets Short Duration Bond SICAV (ISIN LU1640602683/ WKN A2DT7U) bei Jupiter Asset Management.

Die Experten Jupiter Asset Management gehen davon aus, dass sich dieser starke Wachstumstrend 2018 fortsetzen wird. Da die meisten Industrienationen eine unverändert niedrige Inflation aufweisen würden und diese Inflationserwartungen fest verankert seien, dürften die Notenbanken vorsichtig vorgehen und den Schwellenländern Unterstützung bieten. Insofern sei zu erwarten, dass sich die Wachstumsschere zwischen den Emerging Markets und den etablierten Volkswirtschaften weiter öffnen werde.

Seit dem berühmt-berüchtigten "Taper Tantrum" im Jahr 2013 - damals habe die US-Notenbank FED mit der beabsichtigten Drosselung ihrer Anleihekäufe Schockwellen an den globalen Finanzmärkten ausgelöst - hätten sich die makroökonomischen Fundamentaldaten erheblich verbessert. Nicht alle Emerging hättenMarkets sich gleichermaßen positiv entwickelt. In der Zwischenzeit seien aber genügend Fortschritte erzielt worden, wodurch die Anlageklasse widerstandsfähiger gegenüber externen sei. Die Leistungsbilanzdefizite etwa sollten 2018 kaum mehr Anlass zur Sorge geben, da sie auf breiter Front rückläufig seien, insbesondere in den so genannten "Fragile Five" - also den Ländern Indien, Brasilien, Südafrika, Indonesien und der Türkei. Ferner dürfte die Headline-Inflation in vielen Ländern mittlerweile ihren Tiefpunkt erreicht haben und gemäß unserer Erwartung sich den Notenbank-Zielwerten nun wieder annähern, so die Experten Jupiter Asset Management. Niedrigere Zinsen sollten indessen ein günstigeres Umfeld für Unternehmen schaffen.

Während sich das Makroumfeld von seiner starken Seite zeige, gebe es eine Reihe von Risiken, die Anleger im Blick behalten sollten. Zum einen fänden in verschiedenen Schwellenländern derzeit Strukturreformen statt. Da 2018 etliche Wahlen anstünden, vor allem in Lateinamerika, könnte dies die Marktstimmung im Vorfeld wichtiger Wahltermine beeinflussen. Zum anderen würden Vertreter der US-Notenbank FED für 2018 vier Zinserhöhungen prognostizieren. Auch wenn dies keine erheblichen negativen Folgen für die Anlageklasse haben dürfte, so müsse man doch das Risiko einer weiteren Abflachung der Renditekurve im Auge behalten. Die Experten Jupiter Asset Management rechnen mit einer moderaten Spread-Verengung in diesem Jahr, da die Schwellenländer ihres Erachtens weiter von besseren Fundamentaldaten und attraktiven relativen Bewertungen profitieren werden.

Zu Beginn des Jahres 2018 beurteilen die Experten Jupiter Asset Management die Aussichten für Lateinamerika besonders positiv. Dabei seien sie sich aber auch der Risiken bewusst, denn die Region werde in diesem Jahr mit zahlreichen Unsicherheiten konfrontiert sein - das nordamerikanische Handelsabkommen NAFTA, die bevorstehenden Wahlen (vor allem in Brasilien, Mexiko und Kolumbien) und die geplante Umschuldung in Venezuela. Die Experten seien jedoch der Meinung, dass sich dank eines stärkeren regionalen Wachstums, stabiler und potenziell ebenfalls anziehender Rohstoffpreise sowie begrenzter Ausfälle die Fundamentaldaten der Unternehmen weiter verbessern würden. Insgesamt biete Lateinamerika aus Sicht der Experten ein relativ attraktives Risiko/Rendite-Verhältnis im Vergleich zu anderen Schwellenländern und den Industrienationen.

In Russland seien nach der herausragenden Performance 2015 und 2016 die Bewertungen zuletzt deutlich gesunken. Allerdings erfülle das Land nach wie vor zwei Kriterien, die zumindest rein makroökonomisch betrachtet positiv seien: Eine stabile Innen- und eine glaubwürdige Geldpolitik. Außerdem halten die Experten Jupiter Asset Management einen Wechsel des wirtschaftspolitischen Kurses für unwahrscheinlich. Sie würden in Russland daher Carry-Trades mit stabilen Unternehmensanleihen bevorzugen.

Die Türkei sei ein Land, dessen externe Anfälligkeit sich daran erkennen lasse, dass es mitunter auch auf weniger bedeutende Nachrichten sensibel reagiere. Interessant seien einige türkischen Banken und Unternehmen, die fundamental stabil aufgestellt seien. Vorsichtig stimmen die Experten indes die Risiken im Zusammenhang mit den laufenden Gerichtsverfahren in den USA und die Unsicherheiten in puncto Geldpolitik.

Ukrainische Anleihen schließlich hätten 2017 eine sehr gute Entwicklung gezeigt. Dabei hätten sie vom weiterlaufenden Hilfsprogramm des Internationalen Währungsfonds profitiert, das den langsamen Aufschwung im Land gestützt habe. Das Assoziierungsabkommen zwischen der Europäischen Union und der Ukraine sehe indessen noch zahlreiche Reformen vor, wobei ungewiss sei, wie viele davon tatsächlich umgesetzt werden könnten. Dessen ungeachtet würden die aktuellen Reserven der Ukraine ausreichen, um die Schulden abzudecken, die 2018 fällig würden. Folglich stufen die Experten Jupiter Asset Management auch die Unternehmens- und Staatsanleihen mit kürzerer Laufzeit als attraktiver ein. (11.01.2018/alc/a/a)






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