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Schwellenländer-Staatsanleihen robust trotz Gegenwind


12.10.17 11:15
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Staatsanleihen aus den Schwellenländern zeigten sich trotz eines teilweise herausfordernden Umfelds im September äußerst stabil, so die Experten von Union Investment.

Auf Indexebene (J.P. Morgan EMBI Global Div. Index) seien die auf US-Dollar und Euro lautenden Papiere unverändert aus dem Handelsmonat gegangen. Gegenwind sei etwa von einem festeren US-Dollar gekommen. Sowohl die neuen Steuerpläne der Trump-Administration als auch die anhaltende geldpolitische Straffung der US-Notenbank hätten für eine leichte Aufwertung des Greenback gesorgt. Die FED habe auf ihrer September-Sitzung die Rückabwicklung ihrer quantitativen Lockerungspolitik aus der Nachkrisenphase eingeleitet. Ab Oktober würden zunächst fällige Anleihen im Gegenwert von 10 Milliarden US-Dollar nicht mehr reinvestiert. Im Quartalsrhythmus sollten diese Beträge dann bis auf 50 Milliarden US-Dollar pro Monat ansteigen.

Im Zuge dessen habe die Rendite US-amerikanischer Staatsanleihen deutlich zugelegt. Papiere mit zehnjähriger Restlaufzeit hätten 20 Basispunkte höher bei jetzt 2,33 Prozent notiert. Die Risikoprämien von Schwellenländer-Staatsanleihen seien demzufolge deutlich zurückgegangen und hätten 15 Basispunkte enger bei 286 Basispunkten geschlossen - so tief wie zuletzt 2014.

Unterstützung, insbesondere für die Rohstoffexporteure aus den aufstrebenden Volkswirtschaften, sei von einem deutlich festeren Ölpreis gekommen. Die Notierung für ein Fass der Sorte Brent sei im Monatsverlauf um über 8 Prozent gestiegen und habe zwischenzeitlich sogar wieder an der 60 US-Dollar-Marke gekratzt. Auch die anhaltenden Mittezuflüsse hätten für Rückenwind gesorgt: Seit Jahresbeginn habe das gesamte Emerging Markets-Segment über 290 Milliarden US-Dollar frisches Kapital erhalten, so viel wie noch nie.

Dieses Umfeld hätten im September vermehrt auch wieder Emittenten für Neuemissionen genutzt, die weiterhin sehr gut vom Markt aufgenommen worden seien. So sei selbst das Kapitalmarkt-Debüt von Tadschikistan achtfach überzeichnet gewesen. Saudi-Arabien habe statt der zunächst geplanten zehn am Ende 12,5 Milliarden US-Dollar bei Investoren eingesammelt. Auch hier sei die Nachfrage mit knapp 40 Milliarden US-Dollar enorm gewesen. Nach vorne gerichtet dürften die Märkte weiterhin durch die anhaltenden Mittelzuflüsse unterstützt bleiben. (Ausgabe September 2017) (12.10.2017/alc/a/a)