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Schweizer Nationalbank: Verbale Abrüstung in Bezug auf den Franken!


14.09.17 11:30
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Alle 26 von Bloomberg befragten Analysten waren sich einig, dass die Schweizer Nationalbank (SNB) den Leitzins unverändert belässt, berichten die Analysten der Nord LB.

Mit großem Interesse sei jedoch darauf geachtet worden, inwieweit sich die Kommunikation mit Hinblick auf die Bewertung des Schweizer Frankens ändere. Bislang habe die Zentralbank von "deutlicher Überbewertung" gesprochen.

Seit der letzten Sitzung im Juni habe sich jedoch einiges getan. So habe die Schweizer Währung zum Euro in diesem Zeitraum um 5,6% abgewertet. Dies gestehe die Notenbank nun ein und spreche in ihrem aktuellen Statement auch davon, dass dies zu einem deutlichen Abbau der Überbewertung des Franken beigetragen habe. Der Franken wäre aber weiterhin "hoch" bewertet und die Lage am Devisenmarkt wäre "fragil", daher behalte sie sich weiter alle Maßnahmen offen.

Dennoch bedeute dies eine verbale Abrüstung. Thomas Jordan habe das in einem Interview mit der Schweizer Zeitung "Finanz und Wirtschaft" am Anfang des Monats schon vorweg genommen. Dies habe die aktuelle Veröffentlichung noch einmal besonders spannend gemacht.

Die Analysten hätten gerade vor dem Hintergrund der politischen Unwägbarkeiten - wie die ungewisse konjunkturelle Entwicklung der Vereinigten Staaten oder der Fortgang des Brexit, aber auch geopolitische Entwicklungen wie die Provokationen von Nordkorea - nicht erwartet, dass die SNB vom Vokabular abrücke. Der Aufwertungsdruck auf safe haven Währungen könne durch solche Ereignisse sehr schnell wieder sehr hoch sein. Insofern sei Vorsicht sicher weiter angebracht. Zudem seien einige Schweizer Konjunkturveröffentlichungen zuletzt eher etwas weniger überzeugend gewesen.

Insofern handele es sich zumindest für die Analysten um eine kleine Überraschung. Aber anscheinend auch für den Devisenmarkt, denn der Franken habe im Umfeld der Ankündigung leicht abwerten, die EUR/CHF 1,15 aber noch nicht überschreiten können.

Vor dem Hintergrund der Wechselkursentwicklung habe die SNB die Inflationsprognose leicht nach oben angepasst.

Die SNB ändere - wie erwartet - nichts an ihrem Leitzins. Mit größerer Spannung sei jedoch erwartet worden, wie die Zentralbank die jüngsten Abwertungen des Schweizer Franken bewerte. Die Analysten hätten es angesichts der politischen und geopolitischen Spannungen und der wirtschaftlichen Entwicklung für zu früh gehalten, verbal abzurüsten. Die Schweizer hätten es dennoch getan und somit eine kleine Überraschung abgeliefert. Mit der Konsequenz, dass der Franken leicht abgewertet habe. (14.09.2017/alc/a/a)