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Schweiz: Starker Franken lässt Notenbank kalt


10.11.21 09:46
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Zwar gingen wichtige Stimmungsindikatoren auch in der Schweiz zuletzt weiter zurück, mit aktuell 110,7 Punkten befindet sich der KOF Frühindikator aber immer noch auf einem weit überdurchschnittlichen Niveau und weist auf ein kräftiges Wachstum hin, so die Analysten von Postbank Research.

In die gleiche Richtung deute der Einkaufsmanagerindex für die Industrie, der mit 65,4 Punkten auch im internationalen Vergleich noch sehr hoch sei.

Die Inflation sei trotz eines kontinuierlichen Anstiegs seit Jahresbeginn im Oktober mit 1,2 Prozent nach wie vor verhalten geblieben. Auf einen moderaten Inflationsdruck weise auch die Kerninflation mit einer Jahresrate von nur 0,6 Prozent hin. Wegen des relativ geringen Anteils bei der Energieerzeugung hätten höhere Erdgaspreise in der Schweiz weniger Auswirkungen auf die Konjunktur und Inflation als in anderen Ländern.

Obwohl die Franken-Stärke bis zuletzt angehalten habe und der EUR/CHF unter die Marke von 1,06 gefallen sei, halte sich die Notenbank mit Devisenmarktinterventionen zurück. Solange die Konjunktur gut laufe und die EZB ihre lockere Geldpolitik fortsetze, dürften die Währungshüter ihren Kurs kaum ändern.

Nach einem deutlichen Anstieg im September habe sich die Rendite zehnjähriger schweizerischer Staatsanleihen zuletzt in einer Bandbreite von etwa -0,19 bis -0,07 Prozent bewegt. Angesichts einer starken Konjunktur und weiter steigenden Inflation könnte die laufende Verzinsung von aktuell -0,20 (Stand: 08.11.2021) aus etwas ansteigen. (Zinsbulletin November 2021) (10.11.2021/alc/a/a)