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Schweiz: Moderater Inflationsanstieg - Geldpolitik bleibt auf Sicht unverändert


07.09.21 12:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Schweizer Wirtschaft befindet sich weiterhin auf Erholungskurs, so die Analysten von Postbank Research.

Dieser dürfte allerdings aufgrund der drohenden vierten Coronavirus-Welle seinen Höhepunkt überschritten haben. Frühindikatoren wie das KOF Konjunkturbarometer und der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe hätten im August ein ganzes Stück zurückgesetzt. Besonders der Fall des KOF-Frühindikators um 17 auf 113 Punkte habe negativ überrascht.

Nachdem die Inflation im April das erste Mal seit über einem Jahr wieder in den positiven Bereich gestiegen sei, sei sie in den Folgemonaten weiter aufwärts geklettert. Mit 0,9 Prozent bleibe der Preisauftrieb aber noch relativ verhalten. Der größte Inflationsdruck rühre weiterhin vom Energiesektor her.

Da die US-Notenbank auf ihrer Juli-Sitzung und Jerome Powell im Rahmen des Jackson Hole Symposiums ebenso wie die EZB ihre expansiven Geldpolitik bestätigt habe, seien die Renditen in den USA und der Eurozone gesunken. Der Franken habe auch als "sicherer Hafen" zum US-Dollar und besonders zum Euro gewonnen. Die Schweizerische Notenbank sollte ihre lockere Geldpolitik auf unbestimmte Zeit fortsetzen und weiterhin ihre Bereitschaft zu Devisenmarktinterventionen betonen.

Nach einem kräftigen Anstieg von Januar bis in den Mai hinein sei die Rendite zehnjähriger schweizerischer Staatsanleihen bis Mitte August vorübergehend deutlich gesunken. Bleibe die Wirtschaft auf Wachstumspfad. könnte sie von aktuell -0,32 (Stand: 06.09.2021) auf 0,00 Prozent in sechs Monaten ansteigen. (Ausgabe Zinsbulletin September 2021) (07.09.2021/alc/a/a)