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Schweiz: Deflationäre Tendenzen halten an


27.07.20 10:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - In der Schweiz verdichten sich die Anzeichen für eine V-förmige Erholung, so die Analysten von Postbank Research.

Im Mai seien die Einzelhandelsumsätze gegenüber dem Vormonat um mehr als 30 Prozent gestiegen. Die Vorjahresrate liege mit aktuell 6,6 Prozent bereits wieder im positiven Bereich, nach einem Minus von 18,8 Prozent im April.

Dass der Aufschwung in anderen Sektoren etwas zäher verlaufen könnte, habe allerdings das KOF-Wirtschaftsbarometer gezeigt. Zwar habe der Stimmungsindikator im Juni den stärksten Anstieg in seiner Geschichte verzeichnet, allerdings habe der Zuwachs die Erwartungen deutlich verfehlt. Zudem liege der Index immer noch unterhalb des während der globalen Finanzkrise erreichten Tiefstands.

Die Inflationsrate habe im Juni unverändert bei -1,3 Prozent gelegen und damit etwas tiefer als der Konsens (-1,2 Prozent) erwartet habe. Die Kerninflation sei im vierten Monat in Folge, von -0,6 Prozent im Mai auf ein 54-Monatstief von -0,8 Prozent gefallen. Die Aufwertung des Franken seit Jahresbeginn sei erneut maßgeblicher Treiber der Entwicklung gewesen, wobei die Inflation bei den Importprodukten im Vorjahresvergleich um 4,3 Prozent zurückgegangen sei.

Aufgrund der deflationären Tendenz dürfte sich die Schweizer Nationalbank auch zukünftig gegen eine zu starke Aufwertung des Franken stemmen. Da ihr dies aber zunehmend schwer fallen dürfte, würden die Analysten auf Jahressicht vom aktuellen Niveau (1,075; Stand: 20.07.2020) aus dennoch eine leichte Aufwertung des Franken in Richtung EUR/CHF 1,03 erwarten. (Ausgabe Währungsbulletin August 2020) (27.07.2020/alc/a/a)