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Schweden: Zinsrelationen zugunsten der Krone verschoben


05.11.20 10:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Schwedische Krone zählt klar zu den Outperformern am Devisenmarkt in diesem Jahr, so die Analysten von Postbank Research.

Sie habe ihre starken Verluste zu Beginn der ersten Coronavirus-Welle inzwischen mehr als wettgemacht und notiere gegenüber dem US-Dollar und dem Euro sogar höher als zu Jahresbeginn. Die Kronenstärke lasse sich zu einem Teil mit der Rückkehr des Risikoappetits an den Märkten im Verlauf des Jahres erklären. Denn innerhalb der Gruppe der zehn bedeutendsten Währungen zähle sie eher nicht zu den sicheren Häfen, sodass sich ihr Wert mit dem Grad der Risikoaffinität von Investoren bewege.

Ein weiterer wichtiger Faktor dürfte gewesen sein, dass die Riksbank während der Coronavirus-Krise an ihrem Leitzins festgehalten habe, während die meisten anderen Notenbanken das Zinsniveau abgesenkt hätten. Damit hätten sich die Zinsrelationen zugunsten der Krone verschoben. Hinzu komme, dass die Wirtschaft in Schweden stabiler durch die Krise gekommen sei als in den meisten anderen europäischen Staaten, auch weil die Regierung kaum Coronavirus-Beschränkungen eingeführt habe. Mit der Outperformance der Krone könnte es aber erst einmal vorbei sein. Der Zinsvorteil der Schwedischen Krone dürfte sich nicht mehr ausweiten, da andere Notenbanken ihren Zinssenkungskurs inzwischen beendet hätten. Die Deutsche Bank halte daher eine Seitwärtsbewegung der Krone zum Euro für wahrscheinlich. (05.11.2020/alc/a/a)